Rezension: Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard – Marie Pellissier

Verwicklungen und dunkle Geheimnisse

Der tödliche Tanz des Monsieur Bernard – Marie Pellissier, 352 Seiten, Diana Verlag (9. November 2015), 9,99 €, ISBN-13: 978-3453357686

Das Pariser Opernhaus „Palais Garnier“ will er näher kennen lernen. Dann gibt es da noch ein Verwaltungsprojekt „Umzug“, das ihm zuwider ist. Beides sind Gründe genug für Commissaire Léon Legrand den „Unfalltod“ des Ballettdirektors Guillaume Bernard doch wie einen ganz normalen Mordfall zu behandeln. Und da gibt es ja auch noch den Verdacht der Gardienne Lucie Ferreira, von der er sagt: „Oh, man sollte ihre Ahnungen nicht unterschätzen …“ (Seite 63)

Und schon haben wir die beiden Hauptcharaktere, die in einen neuen Fall verwickelt sind, diesmal im Milieu der Balletttänzer mit all ihren Intrigen, Eifersüchteleien und dem Konkurrenzdruck. Beide nehmen in ihrer unnachahmlichen Art ihre Ermittlungen auf. Lucie Ferreira ermittelt auf eigene Faust, unterschlägt Beweismittel, verwischt Spuren und verschweigt dem Commissaire Léon Legrand wichtige Dinge für seine Ermittlungen. Kein Wunder, dass dieser oft im Dunkeln tappt. Er ist ja schon abgelenkt genug, weil er sich mehr damit beschäftigt alles über eine Choreografin zu erfahren, die ihn anscheinend völlig fasziniert.

Und natürlich spielt die dritte Hauptperson auch wieder eine entscheidende Rolle: Paris mit seiner Kulturszene, seinem Lebensgefühl, seinen Plätzen, dem Innenleben der Oper und ihren Ballettszenen. Und natürlich die vielen herrlichen, zum Teil skurrilen Typen, wie Monsieur Rosenberg, den Komponisten, oder Madame Richard. Aber auch Amardine, der ehemalige Ballettstar der Oper kehrt als Choreographin zurück. Wir werfen auch einen Blick hinter die Fassade des Glamour und erfahren eine ganze Menge über die Gepflogenheiten hinter der Bühne und im Ballettensemble. Eine Fülle von Personen. Ansatzpunkten, Verdächtigen, Motiven und Gelegenheiten. Doch liegt überhaupt ein Kriminalfall vor? Mit der Auflösung würde wohl kein Leser rechnen. Überraschend und doch logisch.

Der Leser lebt und leidet mit den Figuren, die Marie Pellissier sehr treffend und einfühlsam vor uns entstehen lässt: Mit den Gedanken und Ängsten von Lucie Ferreira, mit dem Commissaire Legrand, den die große Liebe ereilt.

Ein fast altertümlicher Krimi ohne großes Blutvergießen, der sehr viel Spaß und Unterhaltung vermittelt. Wie im ersten Band kann man Paris förmlich hören, sehen, riechen und fühlen. Viele kleine Szenen, Dialoge, fesseln.

Marie Pellissier schreibt leicht, locker, beschwingt, bildhaft und flüssig. Auf der Karte können wir die Wege der Protagonisten nachvollziehen. Ebenso hilft ein nützliches Personenverzeichnis. Ein kleiner Tipp von mir: Schaut euch vorher einmal im Netz Bilder der Oper Garnier an, vor allem die Deckengemälde, Innenansichten und die große Freitreppe.

Ein außergewöhnlicher, geruhsamer Krimi, trotzdem spannungsgeladen und überaus facettenreich, mit farbenfroher, französischer Kulisse. Aber auch gemütlich, charmant und unterhaltsam. Er kommt ohne Brutalität aus und ist sehr lesenswert.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Diana Verlages:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-toedliche-Tanz-des-Monsieur-Bernard/Marie-Pellissier/Diana/e438889.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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