Rezension: Mad Dog Boogie – Max Bronski – Antje Kunstmann Verlag

Meet me in the pleasure dome

Mad Dog Boogie – Max Bronski (Autor), 250 Seiten, Verlag Antje Kunstmann; Auflage: 1. (20. Januar 2016), 16,95 €, ISBN-13: 978-3956140563

Von der ersten Seite an zieht diese Buch den Leser in seinen Bann. Und ehe man sich umgesehen hat, hat man es bis zum Ende gelesen.

Der Alt-Hippie Alex Dunbar, der Punk Ben und der Koloss Willi begeben sich auf Spurensuche. Alle drei leben seit Jahren auf Gut Betzing in der bayrischen Provinz und sind dort in therapeutischer Behandlung. Alex, ehemals Gitarrist, lebt in einer Drogenpsychose, seine Heilungschancen nicht absehbar. Ben, mit seiner eine mangelnde Kontrolle der aufwallenden Gefühle und seinen aggressiven Tendenzen hat das Tourette-Syndrom und Willi hat das Gemüt eines Kindes.

Alex Dunbar ist die treibende Kraft. Um seine Vergangenheit in der Hippiezeit der wilden 70-er Jahre geht es. War er es, der damals Gisa, eine junge Frau aus der Hippie-Jet-Set- Künstlerszene bestialisch erschlagen hat? „Er traute sich das schlimmste zu und suchte Gewissheit.“ (Seite 94)

Sein Therapeut, der über weite Strecken der Ich-Erzähler ist, unterstützt ihn dabei. Aber es kommen auch andere Personen zu Wort: Mike Sherman, der Manager von Alex Dunbar, der oberfränkische Bierbaron Paul von Göttingen-Ebachein süddeutscher Adliger und sein Kultur-Adlatus Klaus Kober. So erfahren wir die Geschichte in Rückblenden und in Szenen der Gegenwart aus unterschiedlichen Perspektiven. Und auch vom Ich-Erzähler gewinnt Kontur mit all seinen beruflichen Schwierigkeiten und auch seinen privaten Fehlversuchen. „Alles bedeutet etwas; nichts bleibt für sich“ (Seite 129). Der Schluss ist überraschend.

Die Personen sind das, was dieses Buch antreibt. Manche etwas schräg bis zu skurril, andere ganz normal.

Aber es ist nicht nur eine Kriminalgeschichte, in der auf den Spuren eines 30 Jahre alten Mordes geforscht wird und wo neue Morde sich abzeichnen. Sie ist bloß der Aufhänger, an dem wir tief eintauchen in das Musikerleben der 70er Jahre eintauchen, Parties der Hippiezeit erleben, Musiker auf ihre Tourneen und auf ihre LSD-Trips begleiten, aber auch auf ganz lockere Art mit dem schwierigen Feld der Therapie von Psychosen vertraut gemacht werden. Sehr überzeugend, wie die Schuldgefühle von Alex Dunbar vermittelt werden.

Mad Dog Boogie gehört zu den Büchern, die man in einem Rutsch durchliest und am Ende gerade wieder am Anfang beginnen könnte. Originell, spannend und kurzweilig.

Der Schreibstil von Max Bronski ist sehr flüssig, ganz großartig und angenehm lakonisch. Er verfügt über einen großen Wortwitz. Ein Krimi, weit weg von jeder Klischee-Ecke. Die Ausflüge in die Psychotherapie sind ebenso lehrreich wie eindrucksvoll und und fast genauso spannend wie die Handlung.

Max Bronski gelingt eine Symbiose aus Wissen und Spannung. Und vor allem werden die Protagonisten durch die Sprache charakterisiert. Das erhöht den Lesegenuss ungemein.

Das Buch überzeugt durch seine sprachliche Spritzigkeit und seine glaubwürdigen Figuren.

Wer gut geschriebene Spannungsliteratur sucht, die zudem auch nachhaltige Bildungshäppchen serviert, der liegt mit diesem Krimi genau richtig.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages

http://www.kunstmann.de/titel-0-0/mad_dog_boogie-1153/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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