Wer Schmetterlinge lachen hört …

Wer Schmetterlinge lachen hört …

Geschichten leben, erleben und erzählen

Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken schmecken. Der sieht und erkennt auch die kleinen, feinen Dinge, die wir sonst nicht sehen und erkennen. Dieser Mensch lebt positiv und weiß die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Das ist jemand, der auch dann noch lächeln kann, wenn die Welt zusammen bricht und der sich seiner Tränen nicht schämt. Jemand der ein Herz aus Gold hat und die Fähigkeit besitzt, anderen Menschen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Jemand der Wärme und Schutz gibt, ohne sich dabei zu verlieren und der ungehindert durch den Tag träumen kann und dennoch die Realität sieht … das ist ein Mensch der Schmetterlinge lachen hört und auch weiß, wie die Wolken riechen.

Und ein solcher Mensch sieht, hört, schmeckt, riecht, erfährt sein Leben mit allen seinen Sinnen. Und all die Geschichten, die jedes Leben bis zum Überlaufen füllen, drängen sich ihm auf. Egal, wo wir sind, egal, mit wem wir sprechen – überall begegnen uns Geschichten. Meine, deine, Ihre, unsere. Manche ganz kurz, andere eher ausgedehnt. Selbsterlebtes. Miterlebtes. Gehörtes und Gesehenes. Gefundenes und Erfundenes. Empfundenes und Gedachtes. Einige hanebüchen, viele atemberaubend. Sie schillern in allen Farben und Formen und die meisten davon brennen nur darauf, endlich erzählt zu werden, aufgeschrieben zu werden. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind einzigartig. Jede Geschichte hat ihr eigenes Leben. Und wie jedes Leben seinen unschätzbaren Wert hat, so hat auch jede Geschichte ihren Wert. Ihr Verlust wäre ein Jammer. Sobald sie aufgeschrieben sind, werden sie für andere sichtbar und nacherlebbar.

Betrachte, erfahre, erlebe dein Leben mit allen Sinnen. Tauche ein in die Rhythmen der inneren und äußeren Natur. Horche nach innen. Nimm die Empfindungen, Bilder und Gefühle, die aus deinem Inneren kommen einfach nur wahr – ohne sie zu bewerten. Begegne dem wahren wirklichen Leben, den Bedrohungen, den geheimen Sehnsüchten, dem Rätselhaftem im vermeintlich Unscheinbaren. Nähere dich an den geheimen, unerschließbaren Wesenskern der Menschen an und in jenen rätselhaft-dunklen Bereich, wo Selbstbetrug, Lebenslügen und gefährliche Illusionen in den tiefen Schichten menschlichen Erlebens warten. Einfach unter die Oberfläche dringen. Aber Vorsicht: Wer unter die Oberfläche geht, ob Schreiber oder Leser, tut das auf eigene Gefahr.

Nur wenn du siehst, kannst du verstehen. Und nur was du verstehst, intuitiv verstehst, darüber kannst du gut schreiben. Also lasse dich auf neue Wahrnehmungsprozesse ein und entwickle eine achtsame Sinnestätigkeit. Nur Wahrnehmen schafft Realität. Denn dein Schreiben orientiert sich nicht daran, wie die Welt ist, sondern daran, wie du sie wahrnimmst. Und vor allem, löse dich ganz von einengenden Vorstellungen, von Klischees und Denkmustern. Schreiben heißt nicht Kopieren von Stilen, nicht Abklatsch von Vorstellungen, von Begriffen, von Ideen; es ist nicht Nachahmen, sondern bedeutet: Neue geheimnisvolle Wege finden und gehen. Freiheit statt Gefälligkeit. Risiko statt Konformität. Intuition statt Analyse. Wechsle oft und immer wieder die Perspektive

Du wirst erstaunt sein, welches Detail du bemerkst oder welche Idee dich nicht loslässt, wenn du die Welt um dich herum betrachtest und dir die außergewöhnliche Vielfalt alltäglicher Dinge auffallen, die Themen für deine Geschichte ergeben.

Fühlen, Denken und Sprache sind deine Werkzeuge. Hier führt der beste Weg über die Intuition, ein unmittelbares arationales Verstehen, Erkennen oder Einsehen, das unmittelbar und ohne rationale Schlussfolgerung, einfach durch Anschauung zustande kommt.

Laster und Tugenden, dieses tanzende Paar, das sich umeinander dreht, sich abstößt, sich eng umschlingt und ohne einander nicht sein kann, das sind deine Materialien. All die glücklichen, lustigen, tragischen oder traurigen Situationen. Konflikte mit Nahestehenden. Üble Gefühle, unerfüllte Wünsche, eigene Schwächen, verworrene psychische Zustände, Krankheiten, finstere Aspekte der eigenen Vergangenheit: Vater, Mutter, das Geschlechterverhältnis. Allerlei Süchte und Unfähigkeiten. All die vielen Male, wo dich der Teufel reitet.

Führe einen Dialog mit deinem Inneren. Lass dich führen zu deinen Ängsten, Zweifeln, Ungewissheiten und sprich dich mit ihnen aus. Und steige aus den Schubladen aus, in denen du steckst und in die du gesteckt wirst. Jegliches Beurteilen, jedes Sortieren in „angesagt“ oder „unmöglich!“ verstellt die Sicht, verzerrt und verfälscht die Wahrnehmung. Lasse einfach die äußeren und vor allem deine inneren Bilder sprechen

Jeder kann gute Geschichten schreiben. Und jeder lebt in seinen Geschichten weiter. So wird Geschichte aus unseren Geschichten. Nur Mut. Das Leben steckt nun einmal voller Geschichten. Alles, was du brauchst, liegt in dir.

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