Rezension: Eine Frau für den Barista – Marco Malvaldi – Piper Verlag

Lesevergnügen: ironisch, intelligent und unterhaltsam

Eine Frau für den Barista – Marco Malvaldi (Autor), Luis Ruby (Übersetzer) 224 Seiten, Piper Taschenbuch (1. April 2016), 8,99 €, ISBN-13: 978-3492306782

Die Geschichte spielt in einem kleinen Ort an der ligurischen Küste: Pineta in der Toscana „auch bekannt als die Heimat des Zweifels.“ (Seite 52) Und dort ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte die BarLume „dem einzigen, wirklich demokratischen Ort in unserem Lande.“ (Seite 56)

Und hier treffen sich in erster Linie täglich und oft auch mehrfach täglich die vier älteren Herren Pilade, Rimediotti, Aldo und Ampelio und natürlich der Barbesitzer Massimo, der zusätzlich in einer Art Gemeinschaftsunternehmen mit Aldo, dem „König der Kopflosen“ (Seite 19) das Restaurant Bocacito betreibt.

Die Zeit vertreiben sie sich, neben dem Billardspielen, vor allem mit dem Klatsch und Tratsch des kleinen Ortes, unterstützt von wechselnden Gästen, dem Notar, dem Metzger, dem Frisör, einem Journalisten und anderen. Privates gibt es nicht in dem kleinen Nest. „Ich wohne in diesem Städtchen. Was hier vor sich geht, betrifft mich auch, und wie.“ (Seite 30) Besonders interessant scheint auch das Privatleben von Vanessa, die mit ihrem Gatten einen Agriturismo betreibt.

Diese Vanessa verschwindet. Ja, was wäre ein Krimi ohne Kommissar, in diesem Fall die Neukommissarin Alice Martelli. Und sie kämpfen alle mit den Waffe des tödlichen Witzes und der verbalen Schlägereien.

In 11 Kapiteln aufgeteilt entfaltet der Autor Marco Malvaldi ein buntes Kaleidoskop von professionellem Bar-Talk, Gerüchten mit einem Kern Wahrheit, Ereignissen, Stimmungen. Eine Mischung, die jeder kennt, der des Italienischen halbwegs mächtig ist und der eine gewisse Zeit seiner Urlaubstage in einer Bar der Einheimischen verbracht hat.

Marco Malvaldi gießt dieses sehr authentische Bild in eine perfekte Sprache, mit blitzgescheiten Dialogen, pointierten Bildern und viel, viel Ironie. Eine Komödie im Gewandt des Sarkasmus.

Es ist ein sehr guter Roman, nicht unbedingt von der Handlung her, die relativ einfach und vielleicht zu glatt daherkommt. Aber vom Sprachstil und den Charaktere her: rein zum Vergnügen des Lesers geschrieben. Einfach nur genial und köstlich.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

http://www.piper.de/buecher/eine-frau-fuer-den-barista-isbn-978-3-492-30678-2

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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