Rezension: Schuld vergisst nicht – Roberta De Falco – Pendo Verlag

Viele Verdächtig, viele Motive

Schuld vergisst nicht – Roberta De Falco (Autorin), Sigrun Zühlke (Übersetzerin), 320 Seiten, Verlag: Pendo (1. April 2016), 14,99 €, ISBN-13: 978-3866124066

Der Triester Commissario Benussi ist ein fauler Polizist, ein Liebhaber von gutem Essen und vor allem hofft er, ein bekannter Schriftsteller zu werden. Als der 90-jährige berühmte Autor Ivo Radek in Triest die Ehrendoktorwürde bekommen soll, will Benussi die Gelegenheit nutzen, um sein Werk dessen literarischen Agentin zu präsentieren. Doch daraus wird nichts, denn Ivo Radek wird in der Universitätsbibliothek niedergeschlagen. Irgendjemand scheint dem Autor nach dem Leben zu trachten.

Viele Menschen können Gründe haben den Schriftsteller aus Triest zu erschlagen: der Literaturkritiker Stelio Kunz, der Radek immer für sein literarisches Können beneidet hat; sein Sohn Fabio, der seit Jahren auf wirtschaftliche Unterstützung hofft, um das Restaurant zu vergrößern, das er mit seiner Frau betreibt; die Eigentümer von zwei Verlagshäuser, die sich jeder für das letzte Buch des Schriftstellers interessieren; seine Tochter Cristina, die immer in seiner Vergangenheit herumkramt.

So ermittelt Commissario Benussi und seine Mitarbeiter Elettra Morin und Salvatore Gargiulo im Literatenmilieu, zu dem Benussi so gerne gehören würde.

„Schuld vergisst nicht“ ist einerseits ein perfekter Krimi. Aber darüber hinaus auch eine Geschichte, die ihre Wurzeln in der blutigen Vergangenheit hat, die bis heute wirken. Dazu bietet sich die Grenzstadt Triest direkt an, da sich vor der Haustür viele dramatische Geschichten zwischen zwei Nationen und zwei Epochen abgespielt haben. Es sind die Geschichten der illegalen Einwanderer, individuelle und sentimentale Familiengeschichten, harte und schwierige Beziehungen von Mann und Frau oder Eltern und Kindern. Es ist auch eine Geschichte von Romanen in der Schublade, von Schriftstellern, die denken, sie würden falsch verstanden von den Verlagen und Literaturagenten. So wird es quasi auch zu einer Art sarkastischem Pamphlet über die Manie des Schreibens.

Das Bucht liest sich wunderbar locker und leicht. Man merkt der Autorin an, dass sie vom Drehbuch her kommt. Der Stil des Autors zieht den Leser sofort in die Geschichte hinein und man kann nicht mehr aufhören zu lesen.

Für alle die von einem Buch mehr erwarten als den typischen Krimi, bei dem ein Kommissar einen Mörder sucht, über ein paar falsche Fährten stolpert und am Ende den Täter stellt. Sehr zu empfehlen, auch für alle Italienliebhaber und insbesondere die Freunde von Istrien und Triest.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

http://www.piper.de/buecher/schuld-vergisst-nicht-isbn-978-3-86612-406-6

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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