Rezension: Das Schweigen der Männer – Dasa Szekely – Blanvalet Verlag

Gegen Hierarchien und Schubladendenken.

Das Schweigen der Männer – Dasa Szekely (Autorin), 288 Seiten, Blanvalet Verlag (21. März 2016), 16,99 €, ISBN-13: 978-3764505523

Titel und Klappentext lassen zunächst an das übliche „Männer-Bashing“ denken. Doch das Buch und der Ansatz von Dasa Szekely geht tiefer und ist wesentlich umfassender.

Sehr treffend charakterisiert die Autorin die Männer (irgendwo zwischen 40 und 55) als Scheinerwachsene und zeigt es an Hand vieler Beispiele wie unbewusstes Übertreiben von Verhalten, starker Hang zum Risiko und unbegründete Zuversicht. Dieser Gruppe stellt sie die Opportunisten gegenüber, die keine eigene Meinung haben. Beides, so Dasa Szekely, liege am fehlenden stabilen Selbstwert.

Männer sind also kindisch, ängstlich, ignorant, größenwahnsinnig und krankheitsanfälliger als Frauen. Und sie belegt die Folgen: Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen, sie leiden fast doppelt so häufig unter Herzkreislauf-Erkrankungen. Unter den Dicken gibt es mehr Männer (62 Prozent) als Frauen (43 Prozent). Alkoholmissbrauch ist bei Männern bis fünfmal häufiger als bei Frauen. 61 Prozent der Raucher sind Männer. Zwei Drittel bis drei Viertel aller Suizidopfer sind Männer, und Experten gehen davon aus, dass etwa 80 Prozent davon zuvor eine Depression hatten. Die Zuwachsraten bei Diabetes sind unter Männern deutlich höher als bei Frauen.

Männer sehen, fühlen, ahnen durchaus diese Probleme, aber sie schweigen lieber, so können sie weiter verdrängen, vermeiden und brauchen keine Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Das Schweigen der Männer heißt ja: Verdrängen, Vermeiden, keine Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Also: „Fangt an zu reden, stellt euch den Problemen. Gebt ehrliche Antworten auf die Frage, wie es euch geht“, sagt Dasa Szekely.

Als Quintessenz sehe ich, dass Männer und Frauen sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe begegnen sollten. Augenhöhe entsteht aber nur dann, wenn jemand seinen eigenen Standpunkt zur Disposition stellt. Und das müssen beide Seiten tun. Und beide Seiten müssen reden, vor allem miteinander: Wie will ich als Mann/Frau sein? Also in ein offenes Gespräch über sich und die Frauen mit sich UND den Frauen treten .

Der Autorin geht es aber nicht nur um das Rollenverständnis von Mann oder Frau. Es geht in der Tiefe des Buches um die Organisation unserer Gesellschaft, um den Abschied vom hierarchischen Denken und Organisieren.

Dasa Szekely bringt das alles umfassend auf den Punkt. Sie schreibt flüssig, sehr unterhaltsam und sehr verständlich.

Das Buch ist für alle ein Muss. Eine ganz hervorragende Lektüre für Männer UND Frauen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Blanvalet Verlages

http://www.randomhouse.de/Paperback/Das-Schweigen-der-Maenner/Dasa-Szekely/Blanvalet-Hardcover/e481608.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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