Archiv für den Monat Juni 2016

Rezension: Sharj und das Wasser des Lebens – Audrey Harings

Fantastische Welten – ideal für Kinder

Sharj und das Wasser des Lebens – Audrey Harings (Autorin), 244 Seiten, Books on Demand; Auflage: 1 (7. Juni 2016), 13,99 €, ISBN-13: 978-3741208614

Wenn ich Kinderbücher rezensiere, tritt meine Bewertung in den Hintergrund und ich verlasse mich auf das Urteil von Kindern, die die Geschichte lesen oder denen ich sie vorlese. So habe ich auch dieses Buch in meiner Lesegruppe, die ich als Lesepate an einer Grundschule betreue lesen lassen.

Die Kinder waren begeistert von Sharj und ihrem Schulfreund Jose. Und das hat seine Gründe:

Sharj als Pflegekind und Jose, der erst seit kurzem in der Schule ist sind Außenseiter Kinder lieben Außenseiter, weil sie sich selbst aus vielen Gründen als solche fühlen.

Aus drei Sichtweisen wird die Geschichte erzählt. Aus der Sich von Sharj und Jose, in ihrer fantastischen Welt; aus der von Sharjs Pflegeeltern und als letztes aus dem Blickwinkel von Mona und ihrer Freundin Tina.

Es passieren viele abenteuerliche Geschichten mit Feen und Trolle, von Bäumen, die sprechen können und anderen magischen Wesen.

Zu der Fantasy-Welt läuft das normale Alltagsleben weiter. So können Kinder besser unterscheiden.

Die einzelnen Personen sind hervorragend dargestellt, so dass junge Leser sie gut einschätzen können. Es entstehen regelrechte Freund-Feind-Bilder.

Der Sprachstil ist kindgerecht, aber nicht zu einfach.

Die sehr gelungen Illustrationen unterstützen die Charaktere und regen die Kinder zum Mitdenken an. Ich habe meine Lesekinder ihre Lieblingsgestalten anschließend malen lassen. Gut geeignet für Kinder, die gut lesen können, so etwa ab Ende des zweiten Schuljahres.

So kommt Leben ins Leben

So kommt Leben ins Leben …

… oder der Sinn des Lebens ist das Leben

Was kommen muss, das kommt! Aber was machen wir bis dahin? Still und geduldig warten, bis uns die Stimme des Herrn ruft?

Nein: Geeiste Austern und Champagner von feinster Perlage – Morcheln in Haselnuss-Kapern-Dressing – Piandina mit prosciutto crudo und einem jungen Sangiovese, frisch und fruchtbetont – knusprige Krammetsvögel und frische Wachteleier und dazu einen komplexen Pinot nero – butterglänzende Tortellini und honigsüßer Gewürztraminer – Spaghetti alla bottarga mit einem buttrigen Chardonnay – weißgrauer Hecht und kieseliger Rheinriesling – Wachtelbrüstchen mit Safranpolenta und einem geschmeidigen Valpolicella – würziges Wildschwein und alter Barolo, mit dem Rot von Ziegelmauern im Sonnenuntergang – Gefüllter Zampone mit köstlichen Linsen und dazu einen prickelnd-mineralischen Lambrusco – flambierte Mirabellen mit einem edlen Klaren, der die Tiefe der Seele wärmt und einen Mokka, schwarz und heiß und süß mit einem funkelnden Calvados im tiefdunklen Bernstein alter Kirchenfenster.

Damit wollen wir die Wartezeit verkürzen. Aber denkt daran: die Tafel kann jederzeit abgeräumt werden. Also: Hinein ins Leben – ran halten – zugreifen

Ich trinke, also bin ich

Ich trinke, also bin ich

… ist Kunst und Kreativität ohne Drogen möglich?

„Dem Alkohol müsste man Tantiemen zahlen“, behauptet Wilfried Schoeller in seinem Artikel „Das letzte Glas“, „er ist der mächtigste Erzeuger von Literatur, der sich denken lässt“, und er untermauert seine Behauptung sogleich mit einer Aufzählung einer ganzen Reihe von Flaschengeistern:

Ja der gute Alkohol. Er verbindet die düstersten mit den leuchtendsten Qualitäten und er bringt den schöpferischen Geist auf ungeahnte Höhen – ein wahrhaft glühender Förderer der Künste. Allein, was er uns durch Komponisten, durch Maler und durch Dichter sage.

Unter den ersten sechs Amerikanern, die den Literaturnobelpreis erhielten, waren nicht weniger als fünf – Sinclair Lewis, William Faulkner, Ernest Hemingway, John Steinbeck und Eugene O`Neill – gestandene Alkoholiker. Der Alkohol führte sie in Tiefen, die sie als Nüchterne wohl nie erreicht hätten. Der Lohn war Weltenruhm, der Preis nicht selten Siechtum.

Alkohol steigert aber nicht nur Kreativität und Erfindergeist, verleiht nicht nur Charisma, sondern sorgt vor allem für jene permanente Ruhelosigkeit, die Fortschritt, Expansion und Wachstum erst die Wege ebnet – seien diese nun auf Dauer nutzbringend oder destruktiv.

Mit der Romantik bekommt der Rausch dann eine neue Dimension. Laudanum, mit Opium versetzter Wein hält Einzug in die Poeten-Kabinette und mit ihm der Realitätsverlust als schöpferisches Element. Im Laudanumrausch eröffnen sich traumhafte Parallelwelten, die allerdings wie alles ekstatische Erleben den Nachteil haben, dass man möglicherweise den Rückweg nicht mehr findet. Kaum hat man von der „Milch des Paradieses“ gekostet wie der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge, holt einen auch schon wieder der Dämon.

E.T.A. Hoffmann notiert in sein Tagebuch: „Alle Nerven excitiert von dem gewürzten Wein – Anwandlung von Todesahnungen – Doppelt-Gänger.“ Bis zum Unfassbaren gesteigerte Empfindsamkeit, Weltflucht und hoffungsloser Schrecken treiben ihr Unwesen in den Dichterhirnen und gebären Werke wie „Die Elixiere des Teufels“ (E.T.A. Hoffmann), „Bekenntnisse eines Opiumessers“ (Thomas de Quincey) oder Novalis‘ „Hymnen an die Nacht“. Novalis, der verklärte Held der deutschen Frühromantik, suchte Zuflucht bei „Bitter-Mandel-Wasser und Opium“, und so stammt wohl auch seine blaue Blume der Sehnsucht aus demselben Garten wie Baudelaires „Blumen des Bösen“.

Ein seltsamer Vogel, der da in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Paris ging – wenn er überhaupt ging und nicht von Haschisch umdampft auf dem Diwan lag: in überweit geschnittenen Kaschmirhosen, blauem Rock mit Metallknöpfen, darüber ein hochstirniger Asketenschädel mit mokant verbittertem Breitmaul und brennenden Augenhöhlen, so streifte er durchs Quartier, angewidert vom Geschiebe der Menschenhaufen, von Bettlern, Vetteln, gefühlsfauler Bourgeoisie: Charles Baudelaire. Er war nicht nur einer der wichtigsten Wegbereiter der literarischen Moderne, sondern auch ein früher Vertreter des Cross-Drugging. Er lässt nichts aus, was der Erschaffung seiner „Künstlichen Paradiese“ dienlich sein könnte: Laudanum, Haschisch und natürlich Wein, den er als „Mittel, die Individualität zu steigern“ feiert. „Berauscht euch“ fordert Baudelaire, „mit Wein, mit Versen oder mit Tugend“. Er selbst hielt sich vorwiegend an Absinth, jenes übelbeleumundete Kräuterdestillat, dem mehrere Künstler-Generationen verfielen. Eine Höllenmischung aus hochprozentigem Alkohol und neurotoxischen Pflanzenextrakten mit extremem Rausch-, Visions-, Sucht- und Zerstörungspotential. Absinth wurde zum Treibstoff der Bohème, Inbegriff eines anti-bürgerlichen Lebensstils, der für das Künstlerselbstverständnis im späten 19. Jahrhundert prägend war.

Und ein weiterer skurriler Vertreter der schreibenden aber auch der zeichnenden Kunst war ein Leben lang alkoholsüchtig: Wilhelm Busch, der als ein „Klassiker des deutschen Humors“ galt und der mit seinen satirischen Bildergeschichten eine Volkstümlichkeit wie nur wenige seiner Zunft erreichte. Seine 1878 erschienene Bildergeschichte „Die Haarbeutel“ thematisiert in neun Einzelepisoden, wie sich Mensch und Tier betrinken. Nur vordergründig komisch und harmlos, ist eine bittere Studie über die Sucht und den durch sie hervorgerufenen Zustand des Wahns.

Seine besten Gedichte schrieb Hermann Hesse in den schlaflosen Nächten zum Beispiel im Winter 1925/26, als er am „Steppenwolf“ arbeitete und als er in dieser Existenzkrise, die meiste Zeit des Tages mit Trinken in seiner kleinen Wohnung verbrachte und die Abende in Bars und Gasthäusern.

Wo die Sprache aufhört, fangt die Musik an.“ bekannte die Berliner Schnapsnase E.T. A. Hoffmann. Wenn „Wort und Wein“ eine untrennbare Einheit bilden, dann auch Wein und Musik.

Rockmusik und Drogen gehören untrennbar zusammen, folgt man dem Leitspruch der Rockkultur „Sex, Drugs and Rock’n’roll“ aus den 50er und 60er Jahren. Die unvergessene Musik James Brown, Coolio, Snoop Doggy Dogg, The Rolling Stones, The Doors oder Free ist ohne die Öffnung zu den verschlossenen und versiegelten Welten durch Drogen nicht denkbar. Die Drogen inspirierten sie und förderten ihre Kreativität. Wie die romantischen Dichter vergnügten sie sich mit allem, was zur Veränderung der Sinne verfügbar war: Wein, Whiskey, Haschisch, LSD, Heroin bringt viele verheißungsvolle Künstler an den Rand des Abgrunds und so manche wie Jimmy Hendrix, Janis Joplin oder zuletzt Amy Winehouse darüber hinaus.

Viele bekamen die Kurve, weil sie im Laufe der Jahre feststellten, dass die Musik selber wie eine Droge wirkt und sie keine anderen Stimulanzien mehr brauchten. Schon Beethoven, sah in der Musik zumindest „Höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“.

Viele bekamen die Kurve, weil sie weg von harten Drogen zu der milderen, wenn auch nicht weniger gefährlichen Droge Wein wechselten.

Wie auch immer: Die enge Bindung von Musik und Wein ist kein Zufall. Weshalb man denn auch mit Eigenschaftswörtern wie „leicht“, „schwer“, „rassig“, „lebendig (vivace)“, „feurig“, „elegant“, „tiefgründig“, „ausdrucksstark“, „gefällig“, „harmonisch“, „wuchtig“, „rund“, „kantig“ oder „zart“ den Charakter von Weinen wie von Musik umschreibt.

Musik und Wein sind Seelenverwandte, nur in ihren Mitteln unterscheiden sie sich. Bei der Musik sind es Rhythmus, Ton und Klang, beim Wein Säure, Frucht und Aroma, auf die es ankommt. Auch die Herstellung klassischer Musik und edler Gewächse weist Gemeinsamkeiten auf: großer Arbeitsaufwand und hohe Kunstfertigkeit sind in beiden Fällen vonnöten, wobei Präzision und Handwerk die Voraussetzung der Komposition sind. Diese machen erst das Meisterwerk. Was Wunder, dass in Italien Rebstock und Belcanto schon immer zusammengehörten.

Am Ende seines Lebens gestand selbst Nietzsche, erst Wagnerfreund, dann Wagnerfeind: „Nicht jeder ist gleich Zarathustra ein geborner Wassertrinker. Wasser taugt auch nicht für Müde und Verwelkte: uns gebührt Wein!“

Trotz aller Verirrungen in die unterschiedlichsten Drogen und Alkoholika brach doch immer die Sehnsucht nach Wein durch. Schnaps oder Wein? Ein gewisses Quantum Alkohol braucht zum Beispiel Franz Josef Degenhardt, um damals, Mitte der 60er nach Feierabend als Sänger und Dichter wirken zu können. (Hauptsächlich zog es ihn nach eigenen Worten ins Saarland, weil dort der Schnaps so billig sei.) Früher kippte er täglich einen Liter Klaren, jetzt kommt er mit Weniger aus. Sein Ziel:

„Ich möchte Weintrinker sein und nicht immer diese hellen Schnäpse saufen.“

Landschaften schmecken …

Landschaften schmecken …

… oder wie wir den Genuss neu entdecken

Gerüche sind aus unserer Welt verschwunden. Nicht einfach so, also ob sie durch ein Naturereignis ausgestorben wären. Nein, sie sind methodisch vertrieben worden durch tägliches, mehrfaches Duschen, durch Deodorants für Körper, Räume, Autos und Seelen. Ja sogar die Autos stinken nicht mehr und die Seelen sind seelenlos geworden. Ersetzt wurden all diese Gerüche durch künstliche Lockstoffe, die aus einem mickrigen Nichts einen strahlenden Held zu machen versprechen und jedes noch so flachbrüstige Wesen mit dünnen Haarsträhnen sofort und unwiderruflich in den Stand einer begehrenswerten aber nie erreichbaren Diva erheben. Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und andere Geschmacksgeber sind ebenfalls verschwunden und wurden durch entschärfte, glatt gestylte Zutaten ohne jeden Charakter ersetzt.

Charakter ist vielleicht nicht das richtige Wort. Eigenständigkeit scheint mir geeigneter zu sein, die Unverwechselbarkeit zu beschreiben, vor allem wenn ich von Gerüchen rede. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der ein Schwein nach Schwein roch und in der es für mich ein Genuss war, mein Gesicht in das Fell weniger Stunden alter Lämmer zu drücken und diesen so sauberen Geruch nach reinem Fett und geschmolzenem Kerzenwachs tief in meine Lungen zu ziehen. Oder wenn ich von draußen in unseren Hausflur kam, wusste ich sofort, dass Onkel Nickel, der Bruder meines Opas in der Küche saß – die Mischung aus Leder, Metall, Öl, Stall, billiger Zigarre und angenehmem Schweiß füllte die Räume.

Dass auch ganze Länder ihren eigenen Geruch haben, merkte ich, als ich zum ersten Mal in den frühen Morgenstunden von Milano nach Bologna über die A 14 durch die Po-Ebene fuhr. Leichter Frühnebel im beginnenden Morgengrauen ließ eine betörende Mischung aus überreifen Pfirsichen, Zwiebeln, Melonen, Tomaten, Knoblauch und reifen Äpfeln durch die Ritze meines Autos ziehen, dass ich unwillkürlich das Seitenfenster runter kurbelte und den Geruch dieses Landes mit all seinen Facetten in mich aufnahm.

Später kamen Myriaden von Gerüchen dazu: der scharf-würzige rauchige Geruch von auf dem Grill gebratener sardoncini und triglie, der verführerische Duft gebratener Salsicce, kleiner, frisch hergestellter Würste aus Schweinemett. Dann die unvergleichliche feinstaubig, trockenerdiger Düfte aus den tiefen Furchen der weiten Äcker bei Saludecio und Mondaino, die sich mit den schweren Gerüchen aus Blüten, Wildkirschen, Ginster, Brombeeren, wilder Fenchel, Lavendel und Thymian durchmengt den typischen Sommergeruch bildete, einen Geruch, der sich im Sangiovese, dem Blut der Romagna wieder fand. Ein Geruchsaquarell das in den heißen Sommernächten von einem Konzert von Millionen Zikaden abgerundet wurde.

Pizza, Pasta, Prosecco – für manch einen reicht das aus, um Italien zu beschreiben.

Wenn wir schon bei P bleiben, dann eher Pasta, Pappeln, Parmigiano.

Fast alles, was wir an Italien lieben kommt aus der Emilia Romagna zwischen Apennin und Adriaküste: Verdis Opern, die Autos von Ferrari, die saftige Mortadella und der köstliche Parmaschinken, der König der Käse „Parmigiano“ und natürlich die Ravioli

Die Provinz Emilia Romagna, vornehmlich wegen ihrer lebhaften Adria-Strände um Rimini bekannt, gilt als das Schlaraffenland Italiens. Nirgendwo tischt die Natur so üppig auf, wie zwischen Po-Ebene, Adriaküste und Apennin Zu den Gaumenschmeichlern gehören Parma-Schinken und Parmigiano-Käse, herzhafte Wurstvarianten und raffiniert angereicherte Pasta. Die Krönung solcher Schlemmerei tropft zur Verfeinerung vieler regionaler Gerichte aus bauchigen Miniatur-Fläschen:

Im König des Parmigiano, extra stravecchione, 72 Monate, also ganze sechs Jahre gereift finden Sie alle Gerüche und Geschmäcker wieder: vom Getreide über Nüsse, Kastanien oder Mandeln bis zu dem Duft nach geröstetem Kaffee und bitterer Schokolade.

Und was verbirgt sich hinter dem Begriff Aceto Balsamico? In der Regel nichts Gutes. So darf sich nämlich jeder Essig auf der Welt nennen, egal wo und wie er produziert wurde. Selbst ein in Japan, Kanada oder Deutschland hergestellter Essig darf sich so nennen. Der Begriff Aceto Balsamico sagte also überhaupt nichts über den Ursprung und schon gar nichts über die Qualität aus.

Der sinnlich-süße echte „aceto balsamico tradizionale“ wird nur aus einer Zutat hergestellt: Traubenmost. Dieser Most wird so lange gekocht, bis er um die Hälfte reduziert ist. Danach wird er noch rund 12 Jahre in verschiedenen Holzfässern gelagert. Sein besonderes Aroma bekommt der Balsamico durch diese häufigen Umlagerungen, die manchmal sogar eine bestimmte Folge der Holzfässer einhält: Maulbeere mit 60 l Volumen, Kastanie mit 50 l, Kirsche mit 40 l, Esche mit 30 l und Eiche mit 20 l Fassungsvermögen. Dadurch entsteht durch Verdunstung nicht nur ein dunkler, sirupartiger Essig, sondern auch einer mit extrem vielfältigen, satten Aromen. In einem solchen „aceto balsamico tradizionale“ schmecken Sie die verschiedenen Hölzer der Fässer und erkennen auch Lakritz- oder Schokoladenaromen. Diesen Balsamico nutzt man nur tröpfchenweise zu ganz besonderen Anlässen. Dann wird auf exklusive Gänseleberpastete oder exquisiten Parmaschinken geträufelt. Liebhaber genießen ihren „tradizionale“ aber auch pur als Aperitif.

Nehmen Sie einfach ein ganz altes Stück Parmigiano reggiano, beträufeln ihn mit etwas aceto balasamico tradizionale und genießen diese Kombination mit dem üppigen Aromen von roten Beeren, Waldfrüchte und Schokoladennoten in der Nase und am Gaumen. Schwelgen Sie in dieser feinen Balance zwischen Kraft und Eleganz

Also Mut zur Veränderung! Warten Sie nicht bis es das nächste Mal etwas zu feiern gibt. Legen Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach mal die Füße hoch und finden Sie zur Ruhe und Gelassenheit, wenn Sie den unzähligen Düften und Geschmäckern auf der Spur sind.

Die kleinen Denker mit den großen Worten

Die kleinen Denker mit den großen Worten

oder warum wir besser miteinander reden sollten.

Von Adolf Nazi bis zu Alex Gauleiter erkennen wir eine Linie: Populismus, Provokationen und Entgleisungen sind ihre Methoden. Rassismus, Nationalismus und Autoritarismus sind ihre Inhalte. EU, Amerika, Globalisierung, Eliten, Minderheiten, Fremde im eigenen Land und alles und jeder, der ihnen nicht in den Kram passt, sind ihre Feinde. Der Weg zurück in eine schönere Vergangenheit, die es so in Wahrheit nie gegeben hat, ist ihr Versprechen. Nicht aufbauen heißt ihr Programm, sondern demolieren.

Sie setzen auf plumpe Phrasen, auf affektgeladenes Geschrei, auf dumpfes Rechthabenwollen. Anstelle konkreter Themen treten Geraune und Gerüchte, die sie selber in die Welt setzen. Sie sprechen das Lebensgefühl der Desillusionierten und Enttäuschten an. Sie schaffen und schüren Angst, um sich dann als Retter auf zu spielen.

Setzen wir diesen ultrakonservativen Desperados einen gemeinsamen Diskurs über die wirklich wichtigen Themen entgegen. Diese sind immer noch vertreten durch die drei Begriffe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Oder: Wie schaffen wir die Freiheit für jeden, der sein zu können, der er sein möchte.

Dazu sollten wir wohl überlegt miteinander reden. Dann haben Populisten Sendeschluss. Unterscheiden wir klar zwischen Meinen, Glauben und Wissen. Tauschen wir mehr Informationen aus. Verarbeiten und bewerten wir diese ausgewogener. Üben wir das kritische und selbstkritische Geben und Nehmen von Gründen. Und immer wieder: Zuhören, argumentieren. Sich in andere hineinversetzen. Fragen, nachdenken, antworten. Und wenn nötig noch einmal von vorne anfangen. So können wir unsere Voreingenommenheit durch lieb gewordene Überzeugungen aufbrechen und zu Ergebnissen mit höherer Qualität kommen. Nehmen wir die Möglichkeiten unseres Lebens selbst in die Hand.

Der letzte Mohikaner – Mythos Barolo

Der letzte Mohikaner – Mythos Barolo

… oder Wein der Könige, König der Weine

„Andar per Langhe“ nennen es die Piemontesen, wenn sie einen Ausflug in das hügelige Weinland südlich von Alba unternehmen. Und den unternehmen sie gerne, denn die alte Kulturlandschaft der Langhe, dieses Auf und Ab der weinbewachsenen Hügelketten vor dem Hintergrund der oft schneebedeckten Westalpen, ist von großem ästhetischem Reiz.

Die Langhe sind mehr als nur ein geografisches Gebiet, sie sind ein Gemütszustand, eine Kultur, ein Lebensstil – für den Sachlichkeit, Anstand, Fleiß und Unternehmungsgeist die Grundsteine bilden. Hier ist die Natur großmütig gewesen. Den steilen Hängen der Hügel entlang, scheinen die regelmäßig angebauten Weinlagen wie architektonische Strukturen. Da oben zeichnen die Hügel Profile zwischen lebhaften Farben und weiten Lichtkegel. Da oben vor den alten, vom Menschen und Wind modellierten Konturen ist es angenehm, die Seele mit einem Glas Wein ausruhen zu lassen.

Die wenigen ebenen Abschnitte sind mit zahlreichen Feldern, Gärten und Obstbäumen bedeckt; in der Tiefe des Waldes, birgt der Boden seinen kostbarsten Schatz – die weiße Trüffel aus Alba. Der Mensch hat dieses Gebiet im Laufe der Jahrhunderte mit allen Mitteln verteidigt und geschützt, was die eindrucksvollen Burgen und Schlösser, die über die einzelnen Dörfer ragen, beweisen.

Wenn Sie einmal ein Weingebiet an einem neblig herbstlichen Morgen heraufkommen, an einem windigen Tag im Frühling über eine Wiese schreiten, die Spuren vom Wild im frisch gefallenen Schnee verfolgen, oder an einem heißen Mittag im Juni am Rande der gereiften Weizenfelder spazieren gehen, nur dann können Sie verstehen, was „Langhe“ bedeutet“.

Dank harter Arbeit und großer Leidenschaft in dieser nur spärlich besiedelten Region wächst der Barolo, einer der besten Rotweine der Welt.

„Ziehen wir den Hut vor diesem wertvollen Getränk. Wenn der Nebbiolo der Prinz unter den Rebsorten ist, dann ist der Barolo der König der Weine“ schrieb Lorenzo Fantini im Jahr 1879.

Der Barolo ist einer der größten reinsortigen Weine der Welt. Seit Menschengedenken wird die Nebbiolotraube, aus der er gemacht wird, im Piemont angebaut. Aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts stellten einige Adelsfamilien aus Savoyen fest, dass in der Region, die heute als das Barolo-Gebiet ausgewiesen ist, der beste Nebbiolo wächst, und haben ihn für sich reserviert. Nach und nach wurde er durch die offiziellen Empfänge bei Hof bekannt und einige Jahrzehnte später errang er Medaillen und Auszeichnungen in ganz Europa und in Amerika. Heute werden nur etwa sechs Millionen Flaschen jährlich in dem elf Gemeinden umfassenden Anbaugebiet hergestellt.

Natürlich gibt es auch Barolo, der den Namen nicht wert ist. Und auch viele alteingesessene Winzer äffen einen internationalen Stil nach, der alle Weine gleich schmecken lässt, nur weil die Amerikaner einen schwarzen Wein haben wollen, der nach Eichenholz schmeckt und nach Vanille riecht. Ja es ist richtig: In den letzten zwei Jahrzehnten entstand eine neue Welle von Produzenten in der Region, Modernisten, die aus Barolo mehr ansprechbarer, schneller trinkbar und gefälliger machten.

Doch der wahre Barolo ist ein Wein, der Geduld braucht, bei der Herstellung wie beim Trinken. Deshalb greifen wir zu einem Barolo, bei dem wir sicher sind, dass er aus den Wurzeln der Barolo-Kultur kommt: einen Barolo von Bartolo Mascarello, der sich selber als den letzten Mohikaner bezeichnete und 2005 von uns ging. So klar wie seine politische Meinung war auch sein Barolo. Gewinnmaximierung mit dem Ausbau von einzelnen Cru-Lagen hat er genauso abgelehnt, wie den Einsatz von barriques. Er erzeugte stets nur einen Barolo, eine Assemblage von Trauben vier verschiedener Parzellen, drei davon stammen aus der großen Lage Cannubi. In der Regel kam sein Barolo ungefiltert auf die Flasche und bei der Füllung richtete er sich nach dem Mondkalender. Seine Tochter Maria Teresa folgte aber ganz konsequent der Politik ihres Vaters.

Als Ort des Genießens wählen wir ein kleines Lokal, mit einem schattigen Vorhof, keine hundert Meter vom Haus der Mascarello weg. Das ristorante La Cantinetta. Hier regieren Maurilio e Paolo Chiappetto.

Als Begleiter könnten wir viel wählen aus der typischen einheimischen Küche. Ich persönlich bevorzuge einen einfachen Teller „Tajarin“, jene legendären, hauchdünn und schmal geschnittene Tagliatelle. Bandnudeln, die nach dem klassischen Rezept auf 1 kg Mehl 30 Eidotter haben sollen (auch von 50 Eidottern hat man schon gehört). Wer jedoch seinen Teig aus einem Kilogramm Weißmehl, zehn Eidottern, einem gehäuften Teelöffel Salz und einem Esslöffel Olivenöl zubereitet, weiß sich in guter Gesellschaft mit einer ansehnlichen Zahl von bewährten Köchinnen und Köchen, vor allem wenn er neben der üblichen Menge Eigelb auch noch ganze Eier dem Teig hinzugefügt. Etwas Eiweiß die macht Tajarin zarter..

Begleitet werden sollten die Tajarin von einer möglichst einfachen Soße. Sie darf keine Konkurrenz zu dem delikaten Teiggeschmack sein, sondern muss ihn auf diskrete Weise unterstützen. Einfach die natürlich al dente gekochten Tajarin in einer Pfanne mit zerlassener Trüffelbutter schwenken und auf vorgewärmte Teller servieren. Das Ganze mit darüber frisch gehobelten Trüffelscheiben abgerundet.

Ein klassischer, heller Barolo mit der Farbe von Ziegelmauern des Duomo von Alba im Sonnenuntergang. In der Nase die typische Aromen von Teer, Veilchen und Rosen. Am Gaumen dicht, sehr gut strukturiert, ausgewogen, spürbarem aber feinem Tannin, sehr gut eingebundener Säure, präsentes aber nicht aufdringliches Tannin, getrocknete Pflaume, etwas Lakritz und einem langen Abgang.

Im Laufe des Abends entwickelt der Wein immer neue Aromen: Himbeeren und Kirschen, Pilzen, Trüffel und Waldboden. Er entwickelt eine traumhafte Süße und eine Feinheit, die den Weinen vom Château Lafite-Rothschild in keiner Weise nachsteht.

Die Nase wird immer feiner und ätherischer, Pflaumenaromen, Trockenfrüchte, Tabak, Leder und Unterholz. Ausdrucksstarker, tiefgründiger Wein, der das Morgengold der Sonne über Cannubi genauso spüren lässt, wie die Mittagshitze und die laue Abendkühle. Ein Wein, in dem die gesamte Langhe enthalten ist.

Wer kann diese Stimmung verlassen ohne einen der berühmten dolce des Piemont?

Und natürlich begleitet von einem Barolo Chinato von Maria Teresa Mascarello, auf dem einfachen Etikett in blau, rot, grün, gelb eine einfache Zeichnung ihres Vaters mit der Friedenstaube im oberen linken Eck.

Die rubinrote Farbe geht ins Orange. Man riecht das Chinin und die sorgfältig gewählten Kräuter und Gräser, wie, Zimt, Enzian, Orange Wacholder und viele andere Kräuter. Warm, süß und samtig begleitet er den bonet, diesen unnachahmlichen Bittermandelpudding des Piemont.

Willkommen in Italiens Feinschmeckerparadies

Die Raffinesse des Einfachen

Die Raffinesse des Einfachen

… oder „Hauptsach gudd gess“

Die Geschichte des Menschen ist eigentlich eine Geschichte des Essens. Und wir reden heute gerne von früher und Omas Küche. Als ob es früher besser gewesen wäre? Oder wollen wir mit dieser Illusion dem heimtückischen Virus entfliehen, der sich Fastlife, schnelles Leben nennt, der unsere Gewohnheiten beeinträchtigt, unser Privatleben durchdringt und uns zwingt, Fastfood zu essen?

Fastfood ist keinesfalls etwas Neues. Schon zu den ersten olympischen Spielen im antiken Griechenland wurde Fastfood angeboten. Im römischen Circus Maximus wurden neben Souvenirs und Obst auch Pasteten, gebratene Fische, Fleischspießchen und Käse verkauft. Und wann gab es die erste Würstchenbude in Deutschland? 1134, zur Zeit des Regensburger Dombaus um die Bauarbeiter zu verpflegen.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war Fastfood in den höheren Schichten dagegen verpönt. Die Wohlhabenden speisten in großen Gelagen, während Fastfood der ärmeren Bevölkerung zugeteilt wurde.

Den vollen Durchbruch brachte die Industrialisierung, da der Arbeitstag der normalen Arbeiter 12 bis 14 Stunden dauerte und nur kurze Pausen von fünfzehn Minuten zur Verfügung standen, mussten die Arbeiter möglichst schnell und billig satt werden.

Und heute bewirtet McDonalds allein in seinen 1.386 Restaurants in Deutschland 2,69 Millionen Gäste täglich, und macht mit über 62.000 Mitarbeitern 3,2 Milliarden Euro Umsatz

Bei dieser Art des Essens wird Quantität mit Qualität gleichgesetzt. Die Betonung der Quantität erscheint auch in den Namen der Gerichte: Big Mac bei McDonalds oder Whopper (Riesending) oder Biggie Fries bei Burger King. Big Bite heißt die heiße Wurst bei Seven-Eleven, Big Gulp oder Super Big Gulp die große Limonade. Es wird suggeriert, dass man für wenig Geld eine Menge Essen bekommt.

Also doch eine Frage von arm oder reich, gebildet oder ungebildet?

Gut essen und trinken kann jeder jeden Tag, ob arm oder reich, ob mit viel freier Zeit ausgestattet oder im dauernden Arbeits- und Terminstress. Schlichte Raffinesse und einfaches Zubereiten reduziert auf das Wesentliche ohne Firlefanz mit frischen und besten Zutaten, ohne kunstvolle Maskeraden. Der unverfälschte Geschmack frischer, einheimischer Produkte wird durch einen Hauch des passenden Gewürzkrautes betont: bescheidenste Gerichte werden zum Meisterwerk. Diese Art des Kochens ist eben das pure Gegenteil einer präzisen Cuisine Française oder der wissenschaftlich exakten Molekularküche.

Kann man genießen lernen? Ja, man muss nur üben. Denn Genuss und Geschmack – das untrennbare Paar – sind nicht angeboren. Sie sind auf der kulturellen, nicht auf der physiologischen Ebene (süß, salzig, bitter) betrachtet, mühsam gelernt, immer wieder trainiert. Genuss geht direkt durch die Sinne und braucht Sinnlichkeit, Gefühle, Erinnerungen. Essen ist anders als die Ernährung nicht vom Verstand, sondern vom Gefühl her gesteuert. Darum essen wir ganz selbstverständlich das, was wir in unserer Kindheit gelernt haben, und haben bestimmte Vorlieben.

„Hundert Speisen schmecken hundertmal verschieden!“ Die sinnliche Vielfalt, die in diesem chinesischen Sprichwort zum Ausdruck kommt, macht das Leben spannend. Die Einfalt wiederholter industrieller Geschmacksstandards macht uns manipulierbar, weckt Langeweile und vor allem Sucht.

Wer Erdbeere oder Himbeere lediglich als aromatischen Verstärker im Joghurt kennt, kann den natürlichen Aromen nichts abgewinnen. Genauso wie ein Spitzenmusiker sein Talent verspielt, wenn er statt Klassisches zu üben, nur Pop spielt.

Essen, um satt zu werden, ist ein Bedürfnis, genießen eine Kunst. Und jeder Mensch kennt Beides – schnell den Hunger stillen oder ein Mahl zelebrieren, das für nachhaltiges Wohlbefinden sorgt. Man kann Beides: Gerichte die schnell und einfach zubereitet werden und trotzdem das Bedürfnis nach Genuss stillen.

Meine Heimat, das Saarland und meine Wahlheimat Italien zeigen es uns. Beide folgen der Aussage von Heinrich Heine: „Nichts ist köstlicher als die Raffinesse des Einfachen“

Auch wenn das Saarland flächenmäßig das kleinste Flächenbundesland ist, darf man das Saarland auf kulinarischer Ebene keinesfalls unterschätzen. Kleines Genießerland mit großer Küche. Da das Saarland früher einmal an Frankreich angeschlossen war, gibt es in der dortigen Küche ebenso viele französische wie deutsche Einflüsse. Durch das für Deutschland verhältnismäßig milde Klima wird hier Wein angebaut. Der Saargauer Viez, eine regionale Apfelweinspezialität, ist nur eine von vielen Köstlichkeiten.

Die saarländische Küche wird von vielen immer noch als deftige Küche gesehen, in der Kartoffeln, Lyoner, Speck und Bohnen im Vordergrund stehen, Gerichte von denen Bergleute, Bauern und Industriearbeiter satt werden und Kräfte für die schwere Arbeit sammeln können. Irrtum: das Deftige und Schwer ist verschwunden, das Ursprüngliche ist erhalten geblieben. „Hauptsach gudd gess, geschafft hann mir schnell“ dieses saarländische Lebensmotto zeigt die Prioritäten der Saarländer.

Doch nicht nur von Wein hat man im Saarland Ahnung. Die saarländische Küche ist sehr abwechslungsreich und hat einige Gaumenschmäuse zu bieten. Überall in Deutschland kennt man wohl die Fleischwurst, welche hier als Lyoner bekannt ist. In Kombination mit Gurken, Zwiebeln, Champignons und Paprika erhält man dann den leckeren Lyoner Stroganoff.

Oder probieren Sie einfach mal einen herb-erfrischenden Löwenzahnsalat (saarländisch: Bettseichersalat) oder einen würzig-frisch Schnittlauchsalat mit seinem milden, frühlingszwiebelartigen Geschmack. Dazu junge Kartoffeln und Kräuterquark. Während die unerlässlichen Eier dazu hart gekocht sind, sind auch die restlichen Zutaten geschnitten, vermischt und gewürzt. Also maximal 5 – 8 Minuten. Oder eine Kartoffelsuppe (Grumbeersupp). 3 Minuten um alles klein zu schneiden und in einen Topf zu füllen. Garzeit 20 Minuten. Oder Eierschmier – eine Scheibe Brot, die mit einer lecker gewürzten Eiermasse belegt wird. In 10 Minuten ist diese Köstlichkeit auf dem Tisch. Das ist Fastfood nach saarländischer Art.

Nach 2500 Jahren Hochkultur ist es kein Wunder, dass bei den Italienern neben der Funktion als Gesprächsrunde das Essen einen hohen Genussfaktor kennt.

Jedes Pasta-Gericht braucht in der Zubereitung nicht länger als die Kochzeit der Nudeln. Zu einer köstlichen Carbonara brauchen sie Nudeln, Speck, Ei und 10 Minuten. Zu einem Thunfischsalat mit weißen Bohnen aus Neapel Zwiebeln, Kapern, vorgekochte Bohnen und 1 Dose Thunfisch. Und 10 Minuten. Und wenn Sie den Thunfisch durch gewürfelten Lyoner ersetzen haben Sie direkt eine saarländische Variation.

Diese Küche bezeichnet man gerne als „cucina povera“ – Arme-Leute-Küche. Das ist natürlich eine Fehlinterpretation, denn hier bedeutet povera nicht arm im Sinne von Besitz, sondern wenige, einfache Zutaten, die ihren Reichtum aus ihrer Einfachheit bezieht.

Ach die Einfachheit! Würde sie doch nicht immer so nieder und gering eingeschätzt werden. In Italien jedenfalls versteht der Mensch mit wenig Geld umzugehen, und trotzdem nicht irgendwelche Fertignahrung in sich hineinzufressen. Und das gilt für Italien, wie für das Saarland.

Vergleichen Sie einmal „Minestrone“ mit „Quer durch den Garten“ oder „Gefillde“ mit „Gnocchi“ sowie „Kartoffelsalat“ mit „Nudelsalat“, „Caprese“ mit „Tomatensalat“ und zuletzt „Pfannkuchen“ mit „Piadina“

Einfache und wenige Zutaten, wenige Gewürze, vor allem Kräuter und dazu den passenden Wein und schon haben Sie in wenigen Minuten eine kleines, perfektes Mahl, dass Ihnen höchsten Genuss bietet. Das ist Fastfood und Slowfood in einem.