Rezension: Die Tage, die ich mit Gott verbrachte – Axel Hacke – Antje Kunstmann Verlag

Ein melancholischer alter Herr

Die Tage, die ich mit Gott verbrachte – Axel Hacke (Autor), 112 Seiten, Verlag Antje Kunstmann GmbH (14. September 2016), 18 €, ISBN-13: 978-3956141188

Der Mann mit dem grauen Mantel? Wer ist er? Was macht er hier? Wieso taucht er jetzt ständig auf und sucht die Nähe zum Erzähler? Ist es vielleicht Gott? Fühlt er sich vielleicht einsam? Und wieso gibt die Katze dem rauchenden Hund Feuer? (Siehe Buchcover)

Und was soll man vom Erzähler halten, der dem Büroelefanten, der seine Gedanken beherrschte, zu einer realen Existenz verhilft, indem er ihn aus seinen Gedanken verbannt und so einen treuen Begleiter erhält?

Die Geschichte des Buches spielt im Jetzt, einer Zeit, in der Arbeit die Religion ersetzt hat und zu einem zentralen Punkt einer individuellen Glückssuche geworden ist. In einer Welt, wo sich alles um schnelle Selbstbestätigung dreht.

In vielen Gesprächen und Begegnungen des Erzählers und des melancholischen älteren Herrn geht es ums Ganze: um Raum und Zeit. Um Schöpfung und alternative Schöpfungen. Um unseren Blick auf Gott und die Welt. Um den Blick Gottes auf die Welt und den Menschen. Um die Geheimnisse und Grenzen zwischen Jetzt und Ewigkeit, zwischen Realität und Erscheinung.

Axel Hacke schreibt eine ebenso großartige wie versponnene Geschichte, voll der seltsamsten Ereignisse. Absolut heiter und tiefernst zugleich. Warum sind wir hier auf dieser Erde? „Ihr seid im Prinzip vollkommen grundlos hier. Auch wenn es euch nicht passt.“ (Seite 38) Wieso gibt es das Böse? „Der Mensch ist das einzige Wesen, das zur Unmenschlichkeit fähig ist.“ (Seite 52) Oder ist eigentlich nicht doch als egal? „Der Kern der Welt ist die Gleichgültigkeit.“ (Seite 59)

Es geht nicht um Glauben in diesem Buch. Gott sagt: „Ich glaube doch nicht mal an mich selbst.“ (Seite 34) Es geht vielmehr um Zufall und Lebenssinn. Die Existenz eines Individuums auf dieser Welt mag nur eine Sache des Zufalls sein. Wir hatten Glück (oder Pech?!), andere, die nie geboren wurden, nicht. Stellt sich dann noch die Sinnfrage der Existenz? Ich zitiere hier einmal den deutschen Philosophen Friedrich Kambertel: „Das Leben selbst hat einen Eigenwert. Wem es also gelingt, sein Leben um seiner selbst willen zu leben, der erfährt die wahre Lebensfreude. Einen tieferen Sinn gibt es nicht!“ Oder doch?

Dem Sinn Ihres Lebens kommen sie vielleicht näher, wenn sie dieses fantastische Büchlein lesen und sich in die hintergründigen Illustrationen vertiefen. Es nicht nur lesen, sondern sich darauf einlassen. Denn Ihr Leben sollte Ihnen nicht egal sein.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlags

http://www.kunstmann.de/titel-0-0/die_tage_die_ich_mit_gott_verbrachte-1230/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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