Rezension: Krähenmutter- Catherine Shepherd – Piper Verlag

Enttäuschend – absolut kein Thriller

Krähenmutter – Catherine Shepherd (Autorin), 288 Seiten, Piper Taschenbuch (4. Oktober 2016), 9,99 €, ISBN-13: 978-3492309653

Ein Baby verschwindet, samt Kinderwagen. Laura Kern, Ermittlerin auf dem Gebiet der Geiselnahme und Entführungen und ihr Kollege Max Hartung, sind ziemlich ratlos. Denn „diese Entführung verlief völlig anders als ihre bisherigen Fälle.“

Soweit, so vielversprechend. Ein hochinteressantes Thema, denn es scheinen noch andere Babys zu verschwinden. Daraus ließe sich viel machen, wenn man es denn kann.

Die Autorin schein es nicht zu können:

Sie baut keine bleibende Spannung auf, von einer Steigerung gar nicht zu reden. – Laura Kern stolpert durch den Fall, übersieht wichtige Hinweise und scheint sich mehr mit ihrem „Liebesleben“ zu beschäftigen. Kaum hat sie ein paar Worte mit einem neuen Kollegen, Taylor Field, gewechselt, scheint sie schon in die Rolle eines verliebten Teenagers zu verfallen. – Die Charaktere bleiben eher im Oberflächlichen, im Klischeehaften hängen, erreichen keine Tiefe. – Handlungsfortschritte entstehen mehr durch Zufall als durch Ermittlungsarbeit. Und ganz am Ende des Buches wird uns der Täter und mit kurzen Worten seine Motivation präsentiert, so ähnlich wie in einem schlechten auf die Schnelle zusammengestricktem Krimi aus irgendeiner Vorabendserie.

Darüber hinaus scheint mir der Stoff und auch der Ort Berlin und seine Polizeiarbeit, schlecht bzw. gar nicht recherchiert zu sein.

Und mein zweite Kritikpunkt. Die Sprache. Catherine Shepherd beschreibt, aber sie erzählt nicht. Der Stil ist phasenweise sehr hölzern: „Herr Völder wird sie sofort in Empfang nehmen.“ (Seite 164) oder „Sophie sprach die Wahrheit.“ (Seite 109) Mit ähnlichen Beispielen könnte ich Seiten füllen. Sie schreibt sehr langatmig und auch verworren, voller Stereotypen und Allerweltsklischees und mit kitschigen Anklängen.

Ich hatte mich durch Titel, Buchbeschreibung und Klappentext zu diesem Buch verleiten lassen. Leider ein Fehlgriff.

Also, wer wirklich anspruchslose Krimis bevorzugt, mit einfach gestrickten Handlungen und ungelenkem Schreibstil und wer über die vielen Ungereimtheiten hinwegsehen kann und wer flache Unterhaltung liebt, der mag hier richtig sein. Aber zu empfehlen ist das Buch nicht, weil es unglaubwürdig ist, und auch und vor allem, weil die Kategorie Thriller, absolut irreführend ist.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

https://www.piper.de/buecher/kraehenmutter-isbn-978-3-492-30965-3

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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