Rezension: Rom. Eine literarische Einladun – Margit Knapp – Klaus Wagenbach Verlag

Rom, schön und hässlich

Rom. Eine literarische Einladung – Margit Knapp (Herausgeber), Luigi Malerba (Vorwort), 144 Seiten,  Wagenbach, K (1. Januar 1996), 17 €, ISBN-13: 978-3803111562

Rom, einst die Hauptstadt der Welt, ist heute so faszinierend wie seit Jahrtausenden. Die Stadt einmal besuchen und ganz viel Zeit für die Menschen und die schier unendlich vielen Bauwerke und Sehenswürdigkeiten zu haben, römische Luft zu atmen und zugleich ein wenig den Alltag mit den Römern zu teilen,  wer hat nicht schon solche Träume gehabt? Rom in all seinen Widersprüchen zu erleben?

Nach Rom ist gar nicht so weit. Nur ein schmales dünnes Bändchen von etwa 140 Seiten und Sie erleben Rom auf eine ganz andere, intensivere und treffendere Art als bei jeder Touristenfahrt.

Maria Knapp hat es möglich gemacht. Sechsundzwanzig Texte, Romanauszüge und Kunstbetrachtungen, Geschichten und Gedichte hat sie zu einem Streifzug durch römische Zustände und zugleich durch die italienische Gegenwartsliteratur zusammengetragen. Ganz unterschiedliche Schriftsteller kommen zu Wort, wie Alberto Arbasino, Ignazio Buttitta, Italo Calvino, Luca Canali, Guido Ceronetti, Umberto Eco, Ennio Flaiano, Carlo Emilio Gadda, Natalia Ginzburg, Marco Lodoli, Curzio Malaparte, Luigi Malerba, Giorgio Manganelli, Dacia Maraini, Elsa Morante, Alberto Moravia, Giampaolo Morelli, Aldo Palazzeschi, Pier Paolo Pasolini, Anna Maria Ortese, Gianni Rodari, Mario Soldati, Sebastiano Vassalli, Sandro Veronesi, Rodolfo Wilcock oder Valentino Zeichen.

Sie geben alle ihr Bekenntnis zu Rom, ihre Erkenntnisse von Rom wieder:

„Es ist die Unentschlossenheit der Stadt Rom, die nie genau weiß, ob sie Süden oder Norden ist, ob sie Tirol oder Afrika ähneln soll.“ (Seite 102) Das meint Natalia Ginzburg in ihrem kleinen Bericht über die Straßen, in denen sie gelebt hatte.

„Alle Übel in Italien kommen von Rom, und das begann schon vor 2500 Jahren. Von Rom, dieser ungeheuerlichen Macht und Gewaltmacht, von diesem in der Weltgeschichte vielleicht einzigartigen Beispiel für Zentralgewalt: eine Stadt, nach deren ein Weltreich, eine Sprache, eine Kultur und schließlich eine Religion benannt wurden!“ (Seite 137) So schreibt Mario Soldati in seinem Beitrag zu diesem Büchlein.

Es entsteht ein Bild von Widersprüchlichkeiten, das Pier Paolo Pasolini wohl am treffendsten beschreibt: „Ganz sicher ist Rom die schönste Stadt Italiens, wenn nicht gar der ganzen Welt. Aber sicher auch die hässlichste, die gastfreundlichste, die dramatischste, die reichste, die elendste.“ (Seite 106)

Mancher mag ein gewisses Jammern in vielen der Beiträge zu lesen. Meiner Meinung nach sind es aber in erster Linie lustige und traurige, geschmeidige, elegante und nuancierte Geschichten, mit präzisen Blick und viel Freude am Detail über die alte Hauptstadt der Welt und die neue Hauptstadt Italiens, die uns Rom sehr viel näherbringen, als die Lektüre eines Reiseführers.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages

http://www.wagenbach.de/buecher/titel/429-rom.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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