Archiv für den Monat Dezember 2016

Rezension: Das Walmesser – C. R. Neilson

Das Überleben steht auf dem Spiel

Das Walmesser – C. R. Neilson (Autor), Ulrich Thiele (Übersetzer), 512 Seiten, Heyne Verlag (28. Dezember 2016), 13,99 €, ISBN-13: 978-3453419674

Der Schotte John Callum verlässt Glasgow und fliegt zu den Färöer-Inseln, 18 Inseln in der Mitte des Nordatlantik, unverdorbene Schönheit, unberührte Natur,  saubere Luft und frisches Wasser. Eine aufregende und einzigartige Kombination.  Dort will er in Tórshavn leben. Warum? Hat das etwas mit seinen Albträumen zu tun, in denen immer wieder ein Liam Donan vorkommt? Wir werden es erfahren. Nach und nach breitet der Ich-Erzähler John in seinen eingeschobenen Albträumen seine Vorgeschichte aus. „Ich war auf die Färöer gereist, um der Welt zu entkommen. Jetzt konnte ich nicht mehr zurück, selbst wenn ich gewollt hätte.“ (Seite 265)

Doch auch in Tórshavn meint das Schicksal es wohl nicht gut mit ihm. Total besoffen wacht er auf dem nassen Boden der Kaimauer auf. In seiner Manteltasche ein Grindaknivur, ein Walmesser. „An der Klinge klebt das Blut eines anderen.“ (Seite 13) Was hat er getan? Hat er überhaupt etwas getan?

Doch der Reihe nach: John Callum lässt sich in Tórshavn nieder, auf den beeindruckenden Färöer-Inseln. Er findet schnell Kontakt. Zu Menschen, die ihn freundlich behandeln, wie Martin Hojgaard, der ihm Arbeit in einer Lachszucht gibt. Zu Menschen, die er nicht so richtig einordnen kann, wie Tummas Barthel, ein Alt-Rocker, dessen Lachen so klang, „als würde er mit Kies gurgeln.“ (Seite 79) oder der französische Fotograph Serge Gotteri, mit einem Akzent „herb wie tiefblaue Gouloises-Schwaden und geschmeidig wie ein Schluck Camus-Cognac.“ (Seite 97) Er trifft aber auch Menschen, die ihm feindlich gesonnen sind, wie die Brüder Aaron und Nils Dam. Tórshavn ist beileibe kein verschlafenes Nest, sondern ein hochmodernes Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum, mit vielen Pubs, Bars und Cafés, in denen John Callum seine Freizeit verbringt, die unzähligen Biersorten probiert und sich mit Whisky betrinkt.

Dabei begegnet er auch der jungen Künstlerin Karis Lisberg. „Sie hatte ein sehr hübsches, aber beinahe jungenhaftes Gesicht, etwas Spitzbübisches, wie eine junge, dunkelhaarige Twiggy. Oder wie die färöische Audrey Hepburn.“ (Seite 98) Sie ist die Tochter des ehrwürdigen Pastors Esmundur Lisberg, „der Hüter unseres gemeinschaftlichen Gewissens.“ (Seite 144)

Und da ist natürlich die zweite Hauptperson dieses Romans, die Färöer-Inseln, mit ihren unvergleichlichen Landschaften „eine rasch vorbeiziehende Orgie aus Grün- und Brauntönen im Dämmerlicht […] mit grauen Steinen gesprenkelte Hänge, durchsetzt mit trägen Bächen […] ein Schlachtfeld widerstreitender Kräfte: Erde und Wasser kollidierten miteinander, und wohin man auch blickte, sah man die Opfer dieses Krieges.“ (Seite 21) Und natürlich die Färinger, die ihre Traditionen und ihre Sprache, das Färingisch pflegen und die von sich selbst sagen, dass sie glücklich sind. Ein besonderer Menschenschlag, stoisch und verschlossen der die Einsamkeit liebt, der Wind und Kälte trotzt, in dieser atemberaubenden aber eben auch sehr harten Natur, die den Menschen sehr schnell und oft unbarmherzig ihre Grenzen aufzeigt.

John Callum lernt die Färöer mit all ihren Widrigkeiten zu lieben. „Die Tristesse meiner ersten Eindrücke des vernieselten, ereignisarmen Tórshavn war vom Wind fortgeblasen worden. Jetzt nahm ich eine andere Stadt wahr, eine Stadt voller Farben, Leben und Charme. Bevölkert von ruhigen, freundlichen, bescheidenen Menschen, die einem nur zu gerne weiterhalfen. Selbst den Regen hatte ich liebgewonnen, über den Wind sah ich schulterzuckend hinweg, ganz wie die Färinger selbst.“

John Callum ist weit weggerannt, er könnte endlich die Vergangenheit ruhen lassen, aber weit gefehlt, da holt ihn das Ganze mit enormer Gewalt wieder ein. Kann er seine Wut, seine ohnmächtige Wut im Zaum halten? Kann er seine eigene Verletzlichkeit so in Bahnen lenken, dass sie nicht zu Aggressionen führt, die andere verletzen? „Ich habe entsetzliche Angst davor, dass sich die Vergangenheit wiederholt haben könnte. (Seite 249)

Die Geschichte ist sehr geschickt aufgebaut und zwingt den Leser mit John Callum zu bangen, zu fürchten, zu hoffen und zu leiden. Es ist eine wunderbare Mischung aus Charakterzeichnungen, Landschafts- und Wetterbeschreibungen, Gedanken und Handlungen. Eine sehr gelungene, äußerst dichte Einheit, die einfach fesselt.

C.R. Neilson schreibt einen gut lesbaren, aber wortgewaltigen Stil, der reich an Metaphern ist. Das sehen Sie schon an den wenigen Zitaten in dieser Rezension. Er lässt uns alle Situationen hautnah miterleben, die Stürme, den Regen, die überfüllten Pubs, die Menschen. Besonders gelungen sind ihm die Albträume Callums und dessen Dialoge. Der Autor bietet das, was für mich bei jedem Roman mitentscheidend ist: ein ästhetisches Lesevergnügen.

Ein exzellenter nordischer Thriller, mit viel Atmosphäre und nicht nur sehr lebendige Figuren, sondern auch mit einer sehr starken Handlung voller Überraschungen. Für alle, die besondere Krimis mögen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Heyne Verlages

https://www.randomhouse.de/Paperback/Das-Walmesser/C.-R.-Neilson/Heyne/e494922.rhd

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Essay: Gelassenheit und innere Ruhe

Gelassenheit und innere Ruhe

… oder du kannst die Brandung nicht aufhalten, aber du kannst surfen lernen.

Nehmen wir uns doch einfach ein Beispiel an kleinen Kindern. Kinder können sich für alles begeistern. Sie genießen, was immer sie tun, und sie sind voller Hingabe dabei. Sie denken nicht an das Morgen oder das Gestern. Sie lähmen sich nicht durch negative Einstellungen und Erwartungen. Sie haben keine „Wenns“ und „Abers“, mit denen sie schon im Vorhinein entscheiden, dass ihnen eine Sache keinen Spaß machen wird oder sie etwas nicht könnten. Sie gehen auf andere Menschen offen und ohne Vorurteile zu und schließen schnell Freundschaft. Kinder kennen keine Angst vor dem Scheitern. Das Schönste an der Kindheit ist ihre absolute Narrenfreiheit, Unbekümmertheit und die völlige Abwesenheit von Scham.

Und vor allem ist es toll, wie schnell Kinder negative Gefühle wie Ärger oder Traurigkeit überwinden. Sie laufen nicht den ganzen Tag mit einer Wut im Bauch herum und lassen den Kopf hängen. Nach wenigen Sekunden oder Minuten haben sie den Vorfall vergessen und sind schon wieder mit Hingabe bei etwas Anderem.

Ja und dann bekommen sie Rückmeldung aus ihrem Umfeld: „Du bist nicht zu Deinem Vergnügen auf der Welt“. „Du wirst sehen, was Du davon hast“. „Erst die Arbeit, dann das Spiel.“ „Sei nett.“ „Sei lieb.“ „Nimm Rücksicht.“ Und sie werden mit anderen verglichen, meist nicht zu ihren Gunsten: „Warum bist du nicht so fleißig wie deine Schwester?“ „Schau dir den Markus an, der ist immer sauber und ordentlich.“ „Du bist genau wie dein Onkel Josef, dieser Taugenichts – Wo wirst Du noch mal landen?“  Ja und dann werden wir vor der Schule gewarnt „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.“

Diese und ähnliche Sätze verfestigen sich zu unwiderlegbare Lebens-, Werte- und Glaubensmuster, die uns weiß machen, dass wir so wie wir sind, eben doch nicht ganz so richtig sind. Und dann wundern wir uns, wo all der Spaß und die Heiterkeit geblieben sind, wo all die Leichtigkeit, Gelassenheit und innere Ruhe hin verschwunden sind.

Wie stehen die meisten von uns heute da? Sind wir glücklich und zufrieden? Ja, werden sie sagen: Die Stürme des Lebens, diese Stürme der Ungewissheit und des Unbekannten brausen und werfen hohe Wellen. Trennung von einem Partner, ein Todesfall oder eine andere Veränderung sind Stürme, die uns ganz schön beuteln können. Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab, wie die Gefühle, die uns begegnen. Sie zerren an uns, reißen Wunden, nagen an uns.

Andererseits macht das alles nicht den Menschen zum Menschen, mit all seinen Fehlern und Eigenarten?

Wie können wir den Wechselwinden des Lebens widerstehen? Wie können wir dafür sorgen, dass uns die stürmische Brandung nicht weggespült und nicht entwurzelt?

Äußere Ereignisse können wir nur bedingt ändern, manchmal fegt das Leben aus heiterem Himmel über uns hinweg wie ein Tornado, den wir vor wenigen Minuten noch gar nicht ahnten.

Jetzt wäre es gut Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe zu zeigen und vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit und Stress. Schön, wenn wir diese Gelassenheit immer und überall hätten. Doch viele Menschen leben ständig in einem Zustand geistiger Ruhelosigkeit.

 

Wie wir denken und was wir für wahr halten, beeinflusst unser Verhalten und unser Leben. Und nur allzu oft bremsen uns solche Denkmuster aus oder schaden uns. Denn dahinter steht das Gesetz der sich selbsterfüllenden Prophezeiungen. Das sind Annahmen oder Voraussagen, die allein aus der Tatsache heraus, dass sie gemacht werden, das angenommene, erwartete oder vorhergesagte Ereignis zur Wirklichkeit werden lassen und so ihre eigene Richtigkeit bestätigen. Diese selbsterfüllenden Prophezeiungen sind die Wellen, die sich langsam aufbauen, bis wir in der Brandung zu ertrinken drohen.

Zum Glück müssen wir das nicht einfach hinnehmen. Denn unser Denken ist keine Einbahnstraße. Wir können es auch ändern.

Unser Denken und unser Verhalten zieht eine direkte Verbindung zwischen der Meinung der Anderen über unser Verhalten und dem Wert der eigenen Persönlichkeit. Akzeptieren wir uns so, wie wir sind, mit unseren Stärken und Schwächen. Lösen wir uns von zweitrangigen Motivationen. Unser Wert ist nicht abhängig von Können oder Talenten. So wie wir sind, so sind wir und wir haben einen Wert an sich.

Und wir können unsere Maßstäbe verändern. Es gibt mehr als nur gut – böse, richtig – falsch. Akzeptieren wir die Gegensätzlichkeit in unserem Leben,

Außer unser Denken zu verändern, was können wir tun?

Machen wir uns frei, alles und jeden zu bewerten. Nehmen wir unsere Umwelt, unsere Mitmenschen und ihr Verhalten wahr, ohne zu bewerte und ohne vorzuverurteilen. Sonst bleiben wir im bekannten Teufelskreis von Vorwürfen und Rechtfertigungen stecken. Sehen, was ist.

Teilen wir dem anderen mit, wie seine verbale oder nonverbale Mitteilung bei uns angekommen ist und welche Empfindungen sie auslösen. Bekennen wir uns zur Subjektivität der eigenen Aussage. „Das wirkt auf mich arrogant“ hat wesentlich weniger Sprengstoff als „Sie sind arrogant.“

Im Ich leben: Wie sagt man immer so schön: „Jeder sollte vor seiner eigenen Türe kehren.“ Jedem bleibt es selbst überlassen, wie er sein Leben einrichtet. Ich mag anderer Meinung sein, aber es geht mich nichts an, was andere machen. Also: Kümmern wir uns nicht um Dinge, die uns nichts angehen.

Schon der griechische Philosoph Epiktet sagte: „Es sind nicht die Dinge oder Ereignisse an sich, die uns beunruhigen, sondern die Einstellungen und Meinungen, die wir zu den Dingen haben.“ Und dazu gehören vor allem perfektionistische Leistungsansprüche, übertriebener Ehrgeiz und übersteigertes Verantwortungsbewusstsein. Damit setzen wir uns selbst unter Druck. Meistens brauchen wir gar nicht 100 % oder gar 150 % zu geben, 80 % reichen auch für ein sehr gutes Ergebnis. Wie selbstkritisch und perfektionistisch sind wir mit uns selbst und unseren Tätigkeiten. Wo hetzten und treiben wir uns stets in neue schwindelnde Höhen durch unsere himmelhohen Ansprüche an uns selbst?

Wir alleine sind für die Wirklichkeit verantwortlich, die unsere Gedanken, Hoffnungen oder Befürchtungen schaffen. Die geistige Energie, die jeder unserer Gedanken darstellt, formt uns selbst am meisten.

Wir gewinnen Kraft, wenn wir damit aufhören, unsere Gedanken zu missbrauchen. Innere Gelassenheit liefert Ihnen seelische Stärke und seelische Unverletzlichkeit. Dinge loslassen, sich loslösen von Regeln, von Sicherheit und von Erwartungen setzt Energie frei.

Verwechseln wir Gelassenheit nicht mit Gleichgültigkeit, mit „dickem Fell“ oder mit überheblichem „Über den Dingen stehen“.

Gelassenheit bedeutet einfach, Dinge, die wir sowieso nicht ändern können, so zu lassen und zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind. Gelassenheit heißt, dem Leben gegenüber keine Hemmungen, keine Anspannung, keine Abwehrhaltung, keinen Widerstand, zu haben.

Nehmen wir doch einfach das Gelassenheitsgebet von amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr als Grundsatz unseres Lebens:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken seine Schwäche vergibt.
Wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt.
Wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt.
Wenn der Laute bei dem Stummen verweilt und begreift,
was der Stumme sagen will.
Wenn das Leise laut wird, und das Laute still.
Wenn das Bedeutungsvoll bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige, wichtig und groß.
Wenn mitten im Dunkeln ein winziges Licht,
Geborgenheit und helles Licht verspricht,
und du zögerst nicht, sondern gehst,
so wie du bist, darauf zu:
DANN, JA DANN FÄNGT WEIHNACHTEN AN!

Essay: Produzenten, Profiteure, Parasiten

Produzenten, Profiteure, Parasiten

… oder wer schafft wahre Werte

„Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund. Es hat nur ein anderer.“ Ja so was geht doch nicht. Einfach Diebstahl, Betrug oder was? Dieser zynische Satz vom Geld, das nun ein anderer hat, stammt nicht aus den letzten Jahren in der laufenden Bankenkrise, wie man meinen könnte. Nein, der Satz ist schon über 150 Jahre alt und stammt von dem französischen Bankier J. M. de Rothschild. Es scheint also immer schon die Regel gewesen zu sein, dass Banken und ähnliche Institute in erster Linie andere betrügen. Schaffen sie wirklich Werte, gehören sie also zu den Produzenten oder doch nur zu den Profiteuren oder gar Parasiten. Die Banker bringen keinen Gegenwert und Wertschöpfung im eigentlichen Sinne. Also sind Banker im eigentlichen Sinne eine nutzlose Spezies. Sie berauben im Grunde genommen die Volkswirtschaft! Wie sagte die Sekretärin zum Bankdirektor: „Wollen Sie wirklich „Hochachtungsvoll“ schreiben? An diesen Betrüger und Halsabschneider?“ „Sie haben recht, schreiben Sie „Mit kollegialem Gruß“.

Der alte Herr von Boch, genannt der General, mein erster Chef nach meinem Studium, pflegte zu sagen. „Die Arbeiter in der Produktion produzieren und die Mitarbeiter im Verkauf verkaufen unsere Produkte. Alle anderen in meinem Unternehmen sind unproduktiv.“ Recht hat er. Wenn wir heute unsere Wirtschaft, unser politisches System, unsere ganze Gesellschaft kritisch betrachten, dann können wir drei große Klassen von Handelnden unterscheiden: Produzenten, Profiteure, Parasiten

Produzenten sind die eigentlichen Schaffer einer Wertschöpfung. Ob das der Mittelständler ist, der sagen wir mal ein kleines Unternehmen der Metallverarbeitung führt. Ob das der Einzelhandelskaufmann, der Wein und Olivenöl aus Italien importiert und hier seinen Markt macht. Ob das die Mutter ist, die den Haushalt führt und ihre Kinder erzieht. Ob das der Künstler ist, der ein Bild malt, einen Roman schreibt, der Musik komponiert oder sie aufführt. Oder ob es der Kneipier an der Ecke, der seinen Kunden ein gemütliches Lokal bietet, oder der Bistrobetreiber, der immer wieder neue Geschmacksideen in seiner Küche kreiert: Sie alle schaffen etwas. Sie gehören zu den Produzenten.

Jetzt ist Deutschland leider nicht mehr das Land der Dichter und Denker, sondern das Land der Datensammler, Gremienbilder, Verwalter, Steuerberater, Rechtsanwälte, Verbänden, Finanzbeamten, Rundfunkräte, Konkursverwalter, Industrieversteigerer, Bürokraten, Gewerbeaufsichten usw. Sie alle produzieren vor allem eines: Gesetze und Verordnungen. Das deutsche Bundesrecht umfasst 1.924 Gesetze und 3.440 Verordnungen mit insgesamt 76.382 Artikeln und Paragrafen, natürlich ohne Länder- und Kommunalgesetze und Verordnungen.

Politik und Paragrafenreiter blockieren Innovationen und Investitionen, verhindern Arbeitsplätze. Wer eine Bäckerei oder Metzgerei eröffnet, dem schreibt die Berufsgenossenschaft geriffelte Fußbodenkacheln vor – aus Sicherheitsgründen. Die Gewerbeaufsicht verlangt dagegen glatte – für die Hygiene. Egal, welche Fliesen, immer verstößt er gegen Vorschriften.

Das sind die Profiteure unseres Systems. Eigentlich braucht man sie alle nicht, aber da sie nun mal da sind, fordern sie ihren Anteil von den Produzenten und bieten ihm angebliche Gegenleistungen, ohne die sie nicht leben können.

Jetzt gibt es aber auch noch die Parasiten. Diese fiesen, kleinen Sauger geben ihrem Wirt nicht nur nichts zurück, sondern fügen ihm am Ende sogar Schaden zu. Der Wirt ist unser Gesellschaftssystem, das Allgemeinwohl.

Was leisten Banken, multinationale Unternehmen und Spekulanten für ihre Länder? Nichts, aber auch rein gar nichts springt raus für das viel gepriesene „Allgemeinwohl“.

Oftmals zahlen die Unternehmen nicht mal Steuern, da ganze Heerscharen gewiefter Berater ihnen Schlupflöcher aus den Steuergeißeln aufzeigen. Die Finanzmafiosi Banken und Spekulanten sind auch nicht besser. Alles, was Banken und Banker leisten, hat mit Geld und deren Zinsen zu tun. Also kein Mehrwert in Arbeitsleistung und Erzeugnis. Die Spekulationen des wild umhervagabundierenden Finanzkapitals sind Ausdruck der allgemeinen Krise, in der sich dieses System befindet – sie sind für jeden erkennbar die Verkörperung des faulenden und parasitären Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium.

Und bei der Spekulation geht es nicht nur um das Geld. Die Auswirkungen der Spekulation auf die Realwirtschaft sind ganz enorm und das weist ihnen eindeutig den Status des Parasiten zu. Wir haben Spekulanten im Energiehandel, in Rohstoffen und Edelmetallen. Und vor allem im Nahrungsmittelsektor. Die Preise der Agrarrohstoffe werden unter anderem von spekulativen Anlegern hochgetrieben, die auf die extremen geldpolitischen Strategien der Zentralbanken, die sehr engen und intransparenten Märkte und alle nur denkbaren Knappheitsthesen wetten. Zu den Anlegern zählen nicht nur Hedgefonds, sondern auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie auf ihre Weise vom Boom profitieren möchten. Folge: die Nahrungsmittelpreise aus dem Ruder: Erhöhungen in 2010 lagen zwischen 30 % bei Fleisch und 88 % bei Kaffee.

Wenn Profite nicht mehr in die materielle Produktion reinvestiert werden, sondern lieber in die „einfachere“ Finanzanlage gesteckt werden, lassen sich damit schneller riesige Spekulationsgewinne erzielen. Aber eines ist auch klar: Die Summe der Gewinne und die Summe der Verluste werden und müssen immer gleich groß sein. So wie Geld nicht verschwindet, wie es nur den Besitzer wechselt, so wird es insgesamt auch nicht mehr. Wer heute billig kauft und morgen für höhere Preise verkauft, macht einen Spekulationsgewinn. Aber ein anderer muss ja in diesem Moment den gestiegenen Preis bezahlen. Und wenn man für den erhofften höheren Preis keinen Käufer findet, kann man seine Gewinne auch nicht realisieren. Erst der Verkauf bringt den Gewinn. Diesen Preis zahlt ein neuer Spekulant aber nur, wenn er höhere Erwartungen für die Zukunft hat. Aber selbst dann, wenn die Spekulanten sich gegenseitig massiv betrügen, bleibt die Summe allen Geldes in dieser Zirkulationssphäre immer gleich.

Wirklich neue Werte entstehen in diesem Kreislauf eben nicht. Neue Gebrauchswerte, Güter und Waren entstehen eben nur in der materiellen Produktion, durch die Eigenschaft der menschlichen Arbeitskraft, mehr Werte (Mehrwert) zu schaffen, als für ihre eigene Reproduktion notwendig ist.

Spekulanten sind Parasiten, die vom Fleiß anderer Leute leben. Diejenigen, die nichts herstellen, sollten auch kein Geld verdienen. Was wir brauchen, sind gesunde Lebensmittel, eine lebenswerte Umwelt, ein zukunftsreiches Bildungs- und Sozialsystem, demokratische Entscheidungen und fair verteilten Wohlstand in den Regionen. Denn das ist unser Land!

Essay: Das letzte Tabu: „Weniger“

Das letzte Tabu: „Weniger“

… oder können wir besser leben, ohne mehr zu haben?

Ein Tabu beruht auf einer stillschweigend praktizierten gesellschaftlichen Übereinkunft, die Verhalten auf elementare Weise gebietet oder verbietet. Tabus sind unhinterfragt, strikt, bedingungslos, sie sind universell und ubiquitär. Bei Tabus herrscht ein absolutes Rede-, Denk- und Frageverbot, sonst wäre es ja kein Tabu.

Es gibt zwar in Deutschland eine Reihe von Dingen, die „man“ nicht tut, oder die politisch nicht korrekt sind, aber das ist meistens „freiwillige Selbstzensur“ oder weil der Zeitgeist es so will. Eben trendy. Eben aalglatt, austauschbar,

Unser letztes Tabu heißt „Weniger“ z. B. weniger Wachstum. Was nützt der Boom, wenn die Jobs immer stressiger werden, der Druck auf den Einzelnen immer höher? Was nützt der Wohlstand, wenn er vor allem denen da oben zugutekommt und unten die prekären Jobs boomen? Was, wenn wir genau wissen, dass wir unsere Umwelt und die Staatsfinanzen ruinieren, und Angst haben müssen, das spätestens für unsere Kinder das „gute Leben“ immer schwieriger zu finden sein wird?

„Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ unter diesem Titel kommt wie ein Mantra die Antwort aus Politik und Wirtschaft: Wachstum, Wachstum, Wachstum! Obwohl eigentlich jedem klar ist, dass wir uns auf wirtschaftliches Wachstum als Problemlöser und Friedensstifter nicht verlassen können.

Nun ist eine stetig wachsende Wirtschaft aber bei näherem Hinsehen geradezu ein Schreckgespenst. Wirtschaftswachstum kann nur aus zwei Quellen stammen: Entweder wir arbeiten mehr. Oder wir arbeiten produktiver. Ein konstantes Wachstum von nur 3 % im Jahr, das ist ungefähr das, was sich unsere sogenannten Wirtschaftsexperten mindestens wünschen, bedeutet, dass wir unsere Produktivität oder unsere Arbeitszeit in rund zwanzig Jahren verdoppeln und in rund 75 Jahren gar verzehnfachen müssten. Oder, wenn wir noch weiter schauen (aber wer wird denn gleich sooo weit vorausschauen wollen) in rund 150 Jahren verhundertfachen müssten.

Technisch mag das möglich sein. Aber den zehn- oder gar hundertfachen Produktionsumfang mit dem gleichen Energie- und Rohstoffeinsatz zu realisieren wie wir ihn heute haben, ist völlig unrealistisch. Das weiß eigentlich jeder. Das Wachstum käme ja auch weniger aus der Produktion, sondern aus dem Dienstleistungsbereich. Doch was in aller Welt soll ein Mensch mit so viel Dienstleistungen anfangen? Worin sollen die bestehen? Und woher nehmen wir dann die Zeit, all die schönen Dienstleistungen zu nutzen? Vielleicht jeden Tag zweimal zum Friseur gehen? Oder uns mit dem Taxi nur so zum Vergnügen durch die Landschaft kutschieren lassen?

Hinter der Wachstumsgläubigkeit verbirgt sich ein verkümmertes Bild vom Menschen. Der Mensch wird auf sein Einkommen reduziert. Regierungen streben Wirtschaftswachstum und die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes an. Doch dabei werden die eigentlichen Bedürfnisse des Menschen vernachlässigt: Soziale Kontakte, Liebe, Freundschaft und das vielfältige Tätigsein.

Die Sehnsucht nach einem anderen Leben ist überall spürbar. Einem Leben, das aus der Logik des immerwährenden Wachstums ausbricht.

Wäre es nicht vielleicht klüger, dass wir alle weniger und in gemütlicherem Tempo arbeiten, und hinterher genüsslich und ohne Hast die Annehmlichkeiten der Technik genießen. Oder wäre es nicht sinnvoller, statt immer billigere Wegwerfprodukte herzustellen, hochwertige Produkte und sauber ausgeführte Dienstleistungen anzubieten. Sie halten länger und belasten Umwelt und Ressourcen weniger. Dafür dürfen sie ruhig teurer sein.

Aber wir Menschen neigen eher zu kurzfristigem Denken, das selten über die eigene Lebensdauer hinausgeht, wenn überhaupt. „Na, solange wir leben und unsere Kinder wird es wohl noch gut gehen. Veränderungen müssen sein. Aber später.“

Materieller Konsum kann nicht Sinn und Krönung unserer menschlichen Existenz sein. Leider werden uns heute als Vorbilder, nur Menschen mit schamlosem Konsumverhalten präsentiert.

Ein qualitatives Wachstum kann aber von uns nur geleistet werden, wenn die hochwertigen Produkte auch angenommen werden und vor allem wenn die Bevölkerung einen entsprechenden hochwertigen Ausbildungsstand aufweist. Es mangelt uns an Fähigkeiten und Fertigkeiten ein ganz anderes Leben zu führen. Hier besteht bei uns ein immenser Nachholbedarf. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Volk, das in großen Teilen kaum anspruchsvolle Aufgaben bewältigen kann, ein qualitatives Wirtschaftswachstum zustande bringt.

Wie können Menschen auch bei geringerem materiellen Wohlstand zufrieden leben und ihre Gemeinwesen funktionsfähig halten? Dieser Frage müssen wir uns all stellen. In erster Linie natürlich Politik und Wirtschaft. Die Chancen hier eine Antwort zu finden stehen schlecht. Denn gerade Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise fördern jene mehr denn je das Wachstum, ohne die langfristigen Folgen dieser Vorgehensweise zu berücksichtigen. Unser ganzes Bildungssystem ist ausschließlich auf Broterwerb gerichtet. Der Teil der uns zu einem eigenständigen, immateriell reichen Leben befähigt bleibt außen vor. Wo und von wem bekommen unsere Kinder mit, wie lebendige zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut werden? Wer lehrt sie, dass Fürsorge für andere zum Menschsein gehört? Wer zeigt ihnen, dass Freude an Kunst und Natur weit größer sein kann, als diese Mickeymouse-Gesellschaft vor und mit den Spielekonsolen und vor den Billigproduktionen der „scripted reality shows.

„Sind das noch Menschen“, fragt sich 1874 schon Nietzsche, „oder vielleicht nur Denk-, Schreib- und Rechenmaschinen.“

Von allem haben wir mehr und sind doch nicht glücklich. Wir haben mehr Wissen, aber weniger gesunden Menschenverstand. Wir haben mehr Experten, aber immer mehr ungelöste Probleme. Wir haben mehr Medizin, aber weniger gute Gesundheit. Wir kaufen mehr, genießen es aber immer weniger.

Ein gutes und glückliches Leben ist bei Befragungen für die meisten vor allem Gesundheit, finanzielle Sicherheit, sprich „das tägliche Brot“, gute Freunde, eine gelungene Beziehung. Soweit die Theorie. Im täglichen Leben verschwenden wir die meiste Zeit an die Arbeit und um irgendeinem imaginären Aufstieg nach zu hecheln. Wie viel Zeit verbringen wir mit unserer Familie, mit unseren Freunden? Im Durchschnitt hängt der Bundesbürger pro Tag rund vier Stunden vor der Glotze. Wie viel Zeit verbringt er mit Lesen, Musik, Theater?

Wer kann sich zu einem echten Kurswechsel aufraffen? Denn jene voraussichtlich neun Milliarden Menschen, die in wenigen Jahrzehnten die Erde bevölkern werden, werden mit Sicherheit nicht so leben können wie wir heute leben.

 

Rezension: Federgrab – Samuel Bjørk – Goldmann Verlag

Kranke Menschen, die krank Dinge tun

Federgrab: Thriller – Samuel Bjørk (Autor), Gabriele Haefs (Übersetzerin), 480 Seiten, Goldmann Verlag (17. Oktober 2016), 12,99 €, ISBN-13: 978-3442205257

Nach „Engelskalt“ legt Samuel Bjørk seine zweite Geschichte um die Ermittler Holger Munch und Mia Krüger vor. Ein Buch, das unter die Haut geht. Nicht weil es unbedingt unheimlich ist, da war sein erstes Buch eindringlicher. Nein, in diesem Band kommen wir den Protagonisten und ihren Seelen, Ängsten und Traumata wesentlich näher. Das bezieht sich vor allem auf die beiden Hauptfiguren Holger Munch und Mia Krüger. Ihre Persönlichkeiten und ihre wunden Punkte bekommen deutlich mehr Platz. Aus den Superhelden werden Menschen, fehlbar und verwundbar.

Mia Krüger ist psychisch instabil, tablettenabhängig, alkoholsüchtig und nach dem Verlust ihrer Zwillingsschwester immer noch in Trauer, aber sie ist auch sehr empfindsam und kann Verbindungen sehen, die sonst niemand bemerkt.

Vor allem Holger Munch ist ein weitaus komplexerer Charakter als im ersten Fall Er hat offensichtlich gesundheitliche Probleme, und es mangelt ihm an Urteilsfähigkeit in manchen wichtigen Situationen.

Und nun zum Inhalt: Nach einer Einleitung, die für meine Begriffe etwas zu lang geraten ist, öffnet sich der Fall dramatisch: Ein Botaniker auf der Suche nach seltenen Blumen findet den Körper eines nackten Mädchens. Sie ist sorgfältig auf einem Bett aus Vogelfedern angeordnet und von einem Pentagramm aus Licht umgeben, mit einer weißen Orchidee im Mund. Zudem ist sie heftig abgemagert und alle Anzeichen deuten auf eine lange Gefangenschaft hin. Der unheimliche Fall zwingt den Leiter der Morduntersuchung, den kettenrauchenden Holger Munch, wieder sein Protegé Mia Krüger zu rufen, obwohl sie vom Dienst suspendiert ist.

Die Vorgehensweise des Autors ist die gleiche wie im ersten Fall: Ein teuflisch schlauer Killer mit psychopathischen Zügen mit einem Trauma UA der Vergangenheit führt die Polizei und den Leser unweigerlich in die Irre. Dazu der Trick seine Stimme durch innere Monologe hören zu lassen, ohne dass seine Identität enthüllt wird. Und schließlich kommen die engsten Familienmitglieder von Holger Münch diesmal in Gefahr.

Nach dem ersten Fall stellt man natürlich hohe, vielleicht zu hohe Erwartungen an den Autor. Aber obwohl er eine Geschichte ohne die gleichen offensichtlichen Horrorszenarien vorlegt und das Buch nicht unbedingt auf dem gleichen Niveau wie das erste ist, schneidet Samuel Bjørk für meine Begriffe überraschend gut ab.

Gut zu lesen, sehr spannend. Der Autor hat sich weiterentwickelt und nähert sich eher dem düsteren Genre des Nordic-Noir an. Mir haben es die Personen dieses Thrillers angetan, besonders Mia Krüger in ihrer rohen und gleichzeitig zerbrechlichen Art. Für mich eine der besten Krimis in diesem Jahr.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Goldmann Verlages

https://www.randomhouse.de/Paperback/Federgrab/Samuel-Bjork/Goldmann/e509320.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Rezension: Kaltgestellt – Royce Scott Buckingham – Blanvalet Verlag

Kalte Seelen und kaputte Psyche

Kaltgestellt – Royce Scott Buckingham (Autor), Wulf Bergner (Übersetzer), 448 Seiten, Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. September 2016), 9,99 €, ISBN-13: 978-3734102318

Stuart Stark, genannt Stu ist ein hervorragender Jurist. Seine hoffnungsvolle Karriere als Staatsanwalt von Massachusetts ist zu Ende, als der Mörder Raymond Butz wegen eines von Stu verursachten Verfahrensfehler nicht verurteilt werden konnte. Jetzt betriebt er mit seinem Partner Clayton Buchanan, genannt Clay eine Anwaltskanzlei. Ihr Büro ist nicht besonders attraktiv, liegt auch nicht so nahe beim Gericht, wie sie es gerne möchten, aber die Miete ist niedrig. Clay ist der Gesellige, Stu der Vorsichtige. Stu ist das Arbeitspferd, während Clay Kunden umwirbt. Clay hat den Killerinstinkt. Stu hat ihn nicht. Ihr Anwaltsbüro kommt geradeso über die Runden. Dabei möchte Stus Frau Katherine so gerne mit ihren Freundinnen mithalten.

Zu Stus 40tem Geburtstag schenkt ihm Clay einen einwöchigen Abenteuerurlaub in der Wildnis von Alaska. Eigentlich will Clay mitkommen, springt aber in letzter Sekunde am Flughafen ab. Stu tritt die Reise alleine an.

Ein kleines Flugzeug setz ihn an einem See ab. Es soll ihn in einer Woche wieder abholen. Aber alles kommt anders als erwartet. Das Abenteuer entwickelt sich bald zu einem Alptraum.

In der Wildnis entwickelt er sich zu einem Mann, der er nie war, körperlich und mental. Zuhause gerät auch manches durcheinander, privat wie geschäftlich. Welche Rolle spielt Clay? Wie wird sich seine Frau Katherine verhalten? Was hat das Ganze mit Raymond Butz zu tun? Der arbeite für die Baufirma Bolt. Diese wiederum arbeitet für Reggie Dugan, einem Baulöwen, der Kunde der Anwaltskanzlei von Stu werden soll. Reggie Dugan persönlich macht mit Katherine Stark die Besichtigung eines seiner Luxusobjekte, eines von dem Katherine schon immer geträumt hat. Wie hängt das ganze zusammen?

Kaltgestellt ist ein pulsierender, moderner Justizthriller mit einer perfekten Mischung aus viel Action, Spannung mit Humor, Abenteuer, Verrat, Verbrechen, Wildnis, Überleben und köstlich süßer Rache. Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichtweisen von Stuart, Clay und Katherine erzählt.

Es ist eine schnelle, angenehme und moderne Version des Grafen von Monte Christo. Vor allem, weil in der nachnapoleonischen Zeit, in der „Der Graf von Monte Christo“ spielt, das Gleiche Motto herrscht wie heute: „Bereichert euch.“

Royce Scott Buckingham schreibt einen Stil, der sich flott lesen lässt, oft in der Art eines witzigen, sarkastischen Geplänkels, insgesamt nüchtern und durchaus spannend. Der Autor ist ja eher als Fantasy-Schriftsteller bekannt. Sein Ausflug in die Welt des Abenteuers und des Thrillers ist ihm gelungen. Das Buch bietet einige Stunden sehr gute Unterhaltung.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Blanvalet Verlages

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Kaltgestellt/Royce-Scott-Buckingham/Blanvalet-Taschenbuch/e475811.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de