Essay: Nicht alles was ist, hat einen Sinn

Nicht alles was ist, hat einen Sinn …

… oder warum wir lieber ein Bier trinken gehen sollen.

Manchmal scheint das Leben eine Hölle von dunklen Tagen zu sein, und wir fragen uns: Warum gerade ich? Warum gerade das? Warum gerade jetzt? Warum?“ „Warum bin ich so krank?“, „Warum geht es mir so schlecht?“, „Warum…?“ Was ist richtig, was ist falsch? Gut oder schlecht? Warum man selbst vom Pech verfolgt wird und andere angeblich nicht, beruht auf einer subjektiven Einschätzung, die sich nicht beweisen lässt

Also liefert das „Warum?“ keine Antwort, es sei denn eine Schuldzuweisung, die niemand etwas nützt und ungerechtfertigt sein kann, sondern das Warum ist der Beginn des Grübelns, in dem wir die Realität immer mehr aus den Augen verlieren … eine einsame Angelegenheit, bei der wir immer mehr auf ein Abstellgleis geraten. Was kann uns in Zeiten der Verzweiflung noch Zuversicht geben.

„Alles hat einen Sinn. Am Ende wirst Du sehen das alles für irgendetwas gut war.“ Es lässt sich in allem einen Sinn finden, wenn man nur lange genug danach sucht. Sinn ist menschliche Interpretation, um negative Lebensvorgänge erträglicher zu machen. In einem Menschenleben geschehen einfach Dinge, die man positiv, andere, die man negativ interpretiert.

Die Motten kreisen ums Licht, orientieren sich nachts am Mond, erliegen auf dem Weg einer Illusion und kreisen anschließend stundenlang um eine Laterne.

Epikur, der große griechische Philosoph rät uns, aus dem Kreisen ums Licht soviel Genuss wie möglich herauszuholen, obwohl dahinter nur Leere gähnt.

Viele benutzen Schicksal und höhere Mächte als Beruhigungsmittel, weil sie nicht damit klarkommen, dass sie auf sich selbst gestellt sind. Viele schaffen es mit Religion sich einen Sinn für bestimmte Ereignisse einzureden. Oder sie verweisen auf das Leben nach dem Tod, in dem alle Scheinhaftigkeit abstreifen und in die unvergängliche Wahrheit eingehen.

Andere Utopisten, die der Wissenschaft und der Technik verfallen sind, hoffen, dass wir so lange an naturwissenschaftlichem Fortschritt basteln, bis wir dem Tod seine biologischen Grundlagen entziehen, um dann das Leben im Hier und Jetzt zu feiern

Aber man kann sich die Wahrheit nicht einfach herdichten. Viele tun es trotzdem, weil sie Angst vor der Freiheit, also der Unabhängigkeit, vor der eigenen Verantwortung haben, weil sie ihre innere Freiheit nicht wahrnehmen und das äußere Schicksal nicht annehmen will.

Unser Leben geschieht HIER und JETZT. Nicht gestern, nicht morgen und auch nicht in einer anderen Welt.

Ein Fabrikbesitzer aus Deutschland geht am Strand seines Ferienortes in Süditalien spazieren. Er, bemerkt einen jungen Mann, der auf der Hafenmole liegt und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Neugierig, wie ein Mensch am frühen Vormittag in aller Ruhe so viel Müßiggang nachhängen kann, sagt der Fabrikbesitzer: Sie sind bestimmt arbeitslos, weil sie jetzt schon hier müßig rumhängen können.“

„Nein ich bin nicht arbeitslos. Ich bin Fischer.“

„Und warum fischen Sie nicht?“

„Hab ich schon. Ich bin heute Morgen um vier Uhr rausgefahren und war um sieben Uhr zurück, habe ausgeladen, das Boot gereinigt und nun genieße ich die Sonne.“

„Aber sie hätten ruhig noch mal rausfahren können, so hätten Sie doppelten Fang.“

„Warum?“ fragt der Fischer

Der Fabrikant zückt seinen Taschenrechner, fragt nach Mengen, nach Preisen, kalkuliert, überlegt:

„Dann könnten Sie sich in zwei Monaten ein größeres, moderneres Boot kaufen, weiter rausfahren, mehr Fische fangen:“

„Und dann?“

Wieder beginnt der Fabrikant zu rechnen, zu kalkulieren, zu planen:

„Dann könnten Sie sich im Laufe der Zeit eine Reihe von Booten zulegen, Leute einstellen und in vier Jahren wären Sie hier das größte Fischereiunternehmen.“

„Ja und dann?“

Neues Rechnen, neue Pläne:

„Sie wissen, ja, dass das eigentliche Geld mit der Verarbeitung verdient wird. Sie könnten eine Halle bauen, Fische verarbeiten, Konserven herstellen, ja ganz Europa könnten Sie mit Ihren Fischprodukten beliefern.“

„Ja und dann?“

„Wenn Sie das noch weitere 15 Jahre machen“ wieder hektisches Rechnen „Ja dann könnten Sie sagen „Ich habe es geschafft.“

„Na und was habe ich davon?“

„Dann, junger Mann, dann könnten Sie sich ruhig in die Sonne legen und den Tag genießen.“

Tja, jeder hat so seine eigenen Vorstellungen. Egal was andere Menschen sagen, es sei das Richtige. Sie haben getan, was ihnen richtig und richtig erschien. Du musst das tun, was dir richtig erscheint.

Was macht dir Freude? Folge dieser Spur. Das Leben gibt Dir das, was Du erwartest. Mit der Ungewissheit zu leben, ist nicht immer ganz einfach, gehört aber zu jedem Leben dazu wie das Atmen. Machen wir uns nicht auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Das macht nur Stress. Es gibt keinen Sinn des Lebens. Leben wir einfach. Leben wir am besten unter und mit anderen. Gehen wir lieber ein Bier trinken.

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