Rezension. Heldenflucht – Jan Kilman – Heyne Verlag

Roman mit Historie, aber kein Historienroman

Heldenflucht – Jan Kilman (Autor), 512 Seiten, Heyne Verlag (13. März 2017), 9,99 €, ISBN-13: 978-345343837

„Heldenflucht“ nimmt uns mit auf eine Reise in eine düstere Zeit, eine Zeit, die kaum jemand von uns kennt und die wir doch alle fürchten. Das gigantische Gemetzel des ersten Weltkrieges ist vorbei. Es hat 15 Millionen Menschen das Leben und 20 Millionen Menschen die Gesundheit gekostet. Vier Reiche, Deutschland, Russland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich wurden in den Abgrund gerissen. Es war die Urkatastrophe unserer Zeit.

Wie gehen die Überlebenden mit dieser Situation um? Wie können sie körperlich und seelisch überleben? Welchen Platz finden sie in der neuen, veränderten Gesellschaft?

All diesen Fragen geht das Buch an Hand der Geschichte verschiedener Personen in einem kleinen Eifeldorf nach:

Da steht im Mittelpunkt die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen und ihr Onkel, da gibt es den jüdischen Krämer Ruben Lieberstock, der Fabrikant Rudolf Wenger und seine Tochter Nora, der junge Bursch Franz Metzler, der sein Arbeitsleben beginnt, der Ortsvorsteher Friedrich Intze und seine Familie, Wiebke, die Magd, der Arzt Herman Brosch und natürlich Paul, der „stumme“ Franzose ohne Erinnerung. Die vielen Charaktere bleiben leider holzschnittartig und stecken voller Klischees.

Jan Kilman entwirft eine gefällige Geschichte zwischen all diesen Personen, mit Mord und Gewalt, mit Liebe, Intrigen und Eifersüchteleien. Und bietet wenig Überraschendes. Der erste Weltkrieg, die Verhältnisse in der Nachkriegszeit scheinen mir mehr Kulisse als integrierter Bestandteil der Geschichte zu sein.

Der Autor baut den Roman weitgehend chronologisch auf, unterbrochen von Briefen von der Front, die ein tiefes Bild in Kriegseuphorie und Kriegselend bieten.

Das Buch erinnert ein bisschen an die Art von Ken Follet, zeitgeschichtliche Ereignisse in eine Romanform, in eine packende Geschichte zu bringen. Der Autor reicht aber in seiner Formulierungskunst bei weitem nicht an Ken Follet heran. Deshalb gibt es einen Punkt Abzug.

Trotzdem lesenswert und durchaus informativ. Schnell geschriebene und schnell weg zu lesende Unterhaltungslektüre.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Heyne Verlages

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Heldenflucht/Jan-Kilman/Heyne/e485083.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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