Rezension: Madrid, Mexiko – Antonio Ortuño – Antje Kunstmann Verlag

Wir sind Reisende

Madrid, Mexiko – Antonio Ortuño (Autor), 200 Seiten, Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1 (8. März 2017), 20 €, ISBN-13: 978-3956141652

„Beim zweiten Schuss wusste er, dass er tot war.“ (Seite 11) Der Roman beginnt mit der Gewissheit des Todes. Alles was folgt ist der verzweifelte Kampf, um die Vollendung dieses Schicksal hinauszuzögern.

Antonio Ortuño erzählt zwei parallele, miteinander verwobene Geschichten, die einen Zeitraum von über 90 Jahren umfassen, von 1923 bis 2014. Die Verbindung zwischen den beiden sind die Familienbande seiner Figuren. Eine sehr komplexe Familiengeschichte. Kapitel und Charaktere wechseln zwischen dem Spanien der 20er Jahr, dem Spanien des Bürgerkrieges (1936-1939), dem Mexiko der spanischen Einwanderer zum Zeitpunkt des Bürgerkrieges und des aktuellen Mexikos der Nachkommen.

Und auch diese spanischen Emigranten der dritten Generation bleiben Ausländer, deren einzige Sicherheit die Unsicherheit ihrer Identität bleibt.

Der Autor erinnert an die extreme Situation von den Anhängern der Zweiten Spanischen Republik und dem Debakel und der Querelen der Linken auf der Iberischen Halbinsel; die andere Geschichte bezieht sich auf zeitgenössische Probleme, unter denen die Nachkommen der spanischen Exilanten in Mexiko leiden, die sich mit der täglichen Gewalt und der Rache auseinandersetzen müssen.

Der Roman befasst sich mit der Frage der nationalen Identität. Themen wie Migration und Grenzen, die mit Humor, Ironie, stilistische Präzision und viel Fantasie erzählt wird. Antonio Ortuño liefert ein klares und buntes Porträt von verschiedenen Epochen und Umgebungen; einprägsame Charaktere sowie einzelne Stimmen und Chöre in wenigen Pinselstrichen.

Aber Madrid, Mexiko“ ist auch für Antonio Ortuño eine Annäherung an seine Wurzeln. So sagte er in einem Interview: „Ich bin der Sohn von Einwanderern und ich fühlte mich immer ein wenig fehl am Platz“.

Ortuños Schreibstil ist wie ein Sirenengesang mit vielen Akkorden, wo es für den Leser darum geht, die Feinheiten in dieser sprachlichen Musik zu entdecken und sich dem fesselnden Tempo des Romans hinzugeben.

Antonio Ortuño, öffnet mit diesem unbequemen Roman die Tür eines Abgrunds. Ein Roman über den ungelösten Mexiko-Spanien Konflikt und über das heutige Mexiko als eine Mischung aus vielen Identitäten. Sehr lesenswert, aus literarischer und historischer Sicht.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages

http://www.kunstmann.de/titel-0-0/madrid_mexiko-1248/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

 

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