Rezension: Ein gewisses Lächeln – Françoise – Klaus Wagenbach Verlag

Eine Frau, die einen Mann geliebt hatte

Ein gewisses Lächeln – Françoise Sagan (Autorin), Helga Treichl (Übersetzerin) 144 Seiten,  Klaus Wagenbach Verlag (28. April 2017), 10 €, ISBN-13: 978-3803127754

Françoise Sagan schreibt einen kurzen Roman in drei Teilen.

Im ersten Teil: Dominique, eine Jurastudentin, die mit ihrem Kommilitonen Bertrand zusammen ist, verliebt sich in Luc, dessen Onkel, der mit Francoise verheiratet ist.

Im zweiten Teil: Dominique und Luc verbringen zwei Wochen lang zusammen in der Nähe von Cannes.

Im dritten Teil: zurück in Paris, Dominique wartet auf Luc, der sie verlässt.

Es ist die banale Geschichte eines Ehebruchs, einer Beziehung zwischen einem „alten Mann“ und einem „jungen Mädchen“; Midlife-Krise für diesen, Krise des Übergangs zum Erwachsenenalter für diese. Ordentlich erzählt in einer sanften, reichen Sprache, mit einem Hauch von Zynismus. Im Stil von „Bonjour Tristesse“, dem Stil der Sagan.

Alles wird aus der Perspektive von Dominique gesehen und ihre Gefühle mit einer entwaffnenden Genauigkeit beschreiben. Sagan beschreibt perfekt die Sprache des Körpers, die Liebe, die Hoffnung, die psychologische Wandlung, die dieses Gefühl von Eifersucht, Egoismus, Bosheit aber auch Glück, Gelassenheit, Unachtsamkeit oder Zweifel einleiten und auslösen. Ein Roman mit unglaublicher Genauigkeit.

Normalerweise sagt man, dass es den Autoren oft schwerfällt, nach einem sehr erfolgreichen ersten Roman, einen gleichwertigen zweiten zu schreiben. Sagan hat diese Falle brillant umgangen. Für mich ist „Ein gewisses Lächeln“ fast noch besser als Bonjour Tristesse. Françoise Sagan war 20 Jahre alt, als sie dieses Buch geschrieben hat, zwei Jahre nach „Bonjour Tristesse“. Und sie spricht über die Liebe, Leidenschaft, Langeweile, Glück und viele anderen Gefühle, mit der Reife von jemandem, der bereits mehrere Leben gelebt hat, mit dem Abstand von einem neutralen Beobachter, der das Leben anderer einfach registriert.

„Ich war eine Frau, die einen Mann geliebt hatte. Eine simple Geschichte und kein Grund sich aufzuspielen.“ (Seite 139) So der letzte Satz: Ein Roman, wie geschaffen gegen Liebeskummer und ähnliche Zustände.

Ein kurzer bittersüßer Roman, weich und prägnant, voller Melancholie. Das Buch ist einfach ein Genuss.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1103-ein-gewisses-laecheln.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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