Schlagwort-Archive: Roman

Rezension: Wir müssen über Kevin reden – Lionel Shriver – Piper Verlag

Der Alptraum eines jeden Elternteils

Wir müssen über Kevin reden – Lionel Shriver (Autorin), Christine Frick-Gerke (Übersetzerin), Gesine Strempel (Übersetzerin), 560 Seiten, Verlag: Piper Taschenbuch (2. Mai 2017), 11 €, ISBN-13: 978-3492310512

Eva wollte nie wirklich eine Mutter sein, und sicherlich nicht die Mutter dieses Jungen, der sieben seiner Mitschülern, einen Cafeteria-Arbeiter und einen vielverehrten Lehrer ermordet hatte

Das Buch erzählt die Geschichte eines High-School-Massakers. Dieses Szenario, nicht nur in den USA sondern auch in Deutschland bekannt und gefürchtet, fordert die Frage nach dem „Warum?“ geradezu heraus. Die einen sehen die Ursachen in zu laschen Waffengesetzen, während die andere seite die explizite Gewalt im Fernsehen, Videospiele, Filme und Musik anprangern, die die Grenze zwischen Täuschung und Realität aufhebt.

Doch Kevin benutzte keine Pistole und hatte auch keinen Zugang zu gewalttätigen Medien. Er war auch nicht der gemobbte Ausgestoßene, der nach Rache dürstete  und er war auch nicht irgendein unüberwachtes Schlüsselkind.

Jetzt, zwei Jahre später, ist es Zeit für Eva Khatchadourian, sich mit Ehe, Karriere, Familie, Elternschaft und Kevins schrecklichem Amoklauf in einer Reihe von überraschend direkten Briefen mit ihrem getrennt lebenden Ehemann Franklin auseinander zu setzen. Eva befürchtet, dass ihre Abneigung gegen den eigenen Sohn dafür verantwortlich sein könnte, ihn so aus der Bahn zu werfen.

Lionel Shriver schreibt eine tiefe und kühne Untersuchung des Elternseins, indem uns zeigt, wie viel (oder wie wenig) Eltern dafür verantwortlich gemacht werden können, was aus ihren Kinder wird.

Das Buch erforscht die Anforderungen durch eine Mutterschaft und die traumatischen Auswirkungen, die es auf eine Ehe haben kann. Evas Gefühl der Niederlage bei der Geburt ihres Sohnes Kevin, ihr Versagen zu stillen und die vielfältigen Schwierigkeiten, die sie mit dem schlaflosen, schreienden Kind erlebt, sind vielen vertraut. Doch Shriver schreibt nicht über gewöhnliche Mutterschaft oder einen gewöhnlichen Jungen. Kevin ist ein Monster.

Eva findet keine Antworten, nur Schuld, viel davon auf sich selbst gerichtet. Nur ein schwarzes Loch, das sie langsam in einen unerklärlichen Wirbel zieht.

Ein nachdenklicher und zutiefst beunruhigender Roman über eine Mutter. Ein durchaus schreckliches Buch. Sie können es nicht genießen, aber Sie werden die Dinge anders sehen, und das ist genau das, was ein gutes Buch tun sollte. Deshalb müssen Sie es unbedingt lesen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

https://www.piper.de/buecher/wir-muessen-ueber-kevin-reden-isbn-978-3-492-31051-2

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Rezension: Maestra – L.S. Hilton – Piper Verlag

Intelligenter Erotikthriller

Maestra – L.S. Hilton (Autorin), Wibke Kuhn (Übersetzerin), 384 Seiten, Verlag: Piper Taschenbuch (2. Mai 2017), 9,99 €, ISBN-13: 978-3492311090

Judith Rashleigh hatte eine schwierige Kindheit, die ihre tiefe Wut beeinflußt hatte. Ihre Mutter trank, sie wurde in der Schule gemobbt und aus ihrem Haus vertrieben. Aber sie entdeckte auch Museen und eine Liebe zur Kunst und arbeitete sich durch das Studium. In ihren 20er Jahren erhält sie ihren Traumjob in einem großen Londoner Auktionshaus. Dort merkt sie schnell,  dass ihr Lohn niedrig ist und ihre Chefs sich mehr um Geld als um Kunst kümmern. Nebenbei arbeitet Judith in einem Club, in dem attraktive junge Frauen reiche ältere Männer dazu überreden, überteuerten Champagner zu bestellen.

Kreuzfahrten, reiche Männer, heftigen Sex, teure Kunst, rücksichtslose Ehrgeiz, Morde und unersättlicher sexueller Appetit, so bewegt sich Judith durch Europa auf der Spur eines großen Kunstbetrugs. Eine gekonnte Mischung aus Krimi, Thriller und „Fifty-shades-of Grey.“ Aber es ist mehr.

Mir scheint es eher ein Porträt einer soziopathischen Frau mit einem unersättlichen Appetit auf sexuelle Abenteuer zu sein. Das Portät einer Frau, die einfallsreich, ehrgeizig, intelligent, sogar amoralisch und sadistisch ist, ja manchmal auch bösartig.

L.S. Hilton schreibt nicht nur gut über Sex, sie schreibt gut über alles andere. Sie könnten die Sex-Szenen schneiden und „Maestra“ wäre noch immer ein faszinierender Roman über eine junge Frau. Sie schreibt über Judiths Liebe zur Kunst und teure Kleidung mit der gleichen Leidenschaft, die sie auf ihren Orgien verwendet. Die Kunstwelt ist gut dargestellt, ebenso wie die verschiedenen Orte der Handlung.

Mich hat das Buch etwas schockiert, weil die Welt, die es porträtiert, sich so deprimierend rückständig anfühlt. Männer haben Geld, Macht, Yachten und Hedgefonds. Frauen sind Einwegzubehör. Sie können zwar die Männer überlisten oder sie zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren, aber das wesentliche Gleichgewicht der Macht bleibt unverändert. Frauen in diesem Roman haben keine Macht und keinen Status, der nicht durch Sex verliehen wird.

Trotzdem allem, ein außergewöhnliches und unterhaltsames Buch, eine gute Mischung aus Sex, Verbrechen und Kunst.

Hervorragend geeignet für Leser, die eine gut geschriebene Geschichte wollen, die eine Heldin mit Profil wollen, die aussagekräftige Sexszenen wollen, die nichts der Phantasie überlassen.

Insgesamt eine gute Urlaubslektüre.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

https://www.piper.de/buecher/maestra-isbn-978-3-492-31109-0

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

 

Rezension: Sońka- Ignacy Karpowicz – Berlin Verlag

Es war einmal – das Leben ist wie ein Märchen

Sońka- Ignacy Karpowicz (Autor), Katharina Kowarczyk (Übersetzerin), 208 Seiten, Berlin Verlag (2. Mai 2017), 20 €, ISBN-13: 978-3827013439

Zwei Personen begegnen sich in Królowe Stojlo, vier Häuser am Ende des Nichts im Grenzgebiet zwischen Polen und Weißrussland. Ein Ort, wo fast niemand wohnt und wo, allem Anschein nach, im Augenblick nichts passiert.  Der junge polnische Theaterregisseur Igor Grycowski bleibt wegen einer Autopanne liegen. Er trifft Sonia, die alte Frau mit ihrer Kuh. Sie hat eine Geschichte zu erzählen, ihre Geschichte aus dem Jahre 1941. Und er will sie hören.

Sie lädt ihn auf eine Tasse Milch ein und beginnt zu sprechen. Es ist zunächst eine ungleiche Beziehung – sie legt ein Geständnis ab, ein Sterbebettgeständnis. Er sieht das Ganze als ein großes Material für eine Theateraufführung. Ganz langsam wandelt sich diese Beziehung immer mehr zu einer Partnerschaft.

Der Anfang von Fall von Sonia ist die Liebe, eine verbotene, unerfüllbare und sündige Liebe. Zusammen mit der Liebe erlebt Sonia das Leben jenseits des Lebens – außerhalb der Geschichte, der Moral und der Gesellschaft als Gegensatz zu dem, was möglich ist. Aber die Liebe hat keine Chance im Kampf gegen den Hass, gegen das Böse, gegen das Schicksal, das niemanden glücklich sein lässt.

Die Geschichte des belarussischen Mädchen Sonia ist einfach und kompliziert zugleich. Einfach im Konzept einer verrückten, jugendlichen Liebe, die nichts beachtet. Kompliziert, weil die Liebe in schwierigen Zeiten des Krieges zu erhaben und schön ist. Sonia wählte die Liebe als Leidenschaft, die nicht darüber nachdenkt, was ist, was war und was sein wird. Liebe, konzentrierte sich nur auf sich selbst. Idealisierte Liebe als eine Flucht aus der Realität.

Ignacy Karpowicz entwickelt aus den Erzählungen und Erinnerungen der Alten zusammen mit den Gedanken und Überlegungen von Igor ein fantastisches, ein trauriges Buch. Eine Geschichte vom Glück und seinem Preis. Er nimmt den Leser mit auf eine Reise an die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen möglicher Wahrheit und dem künstlerischen Schaffen.

Dem Autor gelingt es über diese unausgesprochenen Momente der Geschichte und das tragische Schicksal zu schreiben, ohne in falschen Pathos oder in Kitsch zu verfallen. Er zwingt den Leser in Angst, in Gefühle und in Misstrauen. Ein ergreifendes fiktives Schauspiel.

Es ist ein gutes Buch, magisch und schmerzhaft, klug und wahr, ergreifend, zweideutig. Und vor allem ist er wunderschön geschrieben.

Lesenswert, weil es zeigt, was wirklich wichtig ist.

 Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages

https://www.piper.de/buecher/sonka-isbn-978-3-8270-7936-7-ebook

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

 

Rezension: Die Taufe – Ann Patchett – Berlin Verlag

Familien und ihre Geheimnisse

Die Taufe – Ann Patchett (Autorin), Ulrike Thiesmeyer (Übersetzerin), 400 Seiten, Berlin Verlag (2. Mai 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3827013446

Die Geschichte beginnt in den frühen 1960er Jahren. Fix Keating, ein Polizist, verheiratet mit der wunderschönen und verführerischen Beverly. Ihre Tochter Franny wird getauft und sie haben zu einer Party eingeladen. Dort erscheint uneingeladen auch Albert Cousins, stellvertretender Bezirksstaatsanwalt. Er wollte bloß der Langeweile mit heulenden Kleinkindern und seiner müden schwangeren Frau Teresa an einem Sonntagnachmittag entkommen. Er bringt eine große Flasche Gin mit. Der Inhalt wird eine ganze Familie auflösen.

Die Geschichte entfaltet sich zwischen dem Leben der Familien Keating und Cousins in den nächsten fünf Jahrzehnten.

Als sie 30 Jahre alt ist beginnt Franny Keating eine Beziehung mit dem renommierten Schriftsteller Leon Posen, ein viel älterer Mann, der dringenden Inspirationen für ein neues Buch braucht. Die Geschichten, die Franny ihm von ihrer Kindheit erzählt, bilden die Basis für sein Bestseller-Comeback. Die Auswirkungen dieses Romans, und die Geheimnisse, die er enthüllt, verwendet Ann Patchett, um uns die Geschichten von 10 Personen zu erzählen: die sechs Keating-Cousins Kinder und ihre vier Eltern.

Das klingt zunächst wie eine große Familiensaga mit all ihren Verwicklungen, Tragödien und Momenten des Glücks. Ist sie auch. Aber sie ist noch mehr: Wie die Familien sich erinnern und sich selbst beurteilen, wird zu einem der wichtigsten Themen des Romans. Welche Familiengeschichten gehören uns allein? Wer bringt falsche Teile in unsere Geschichte? Wie entwickeln sich Schuld und Vergebung über die Generationen? Und vor allem gibt uns die Autorin tiefe Einblicke in die realen und emotionalen Auswirkungen der Entwurzelung von Familien.

Patchett wählt eine episodische Struktur, indem sie zwischen den Charakteren und Jahrzehnten wechselt und Details herauszieht. So gelingt es ihr, wie in einem überreichen Teppich eine faszinierende Geschichte zu weben.

Um eine Geschichte mit 10 Protagonisten zu schaffen, die sich über 50 Jahre erstreckt – und viele Orte verteilt ist, das ist schon ein Balanceakt, der große Erzählkunst erfordert. Und Ann Patchett ist eine meisterliche Geschichtenerzählerin. Vor allem versteht sie es perfekt etwas zu zeigen, anstatt nur zu beschreiben. Sie schreibt voller Witz und Wärme, nuanciert, sehr komplex und vor allem authentisch.

Ein kluger, aufregender Roman, ernst und anspruchsvoll, dabei von einer erfrischenden Ehrlichkeit, durch die er besonders vergnüglich zu lesen ist. Ein Genuss, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages

https://www.piper.de/buecher/die-taufe-isbn-978-3-8270-1344-6

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Rezension: Das Herz kommt zuletzt – Margaret Atwood – Berlin Verlag

Man kann einchecken, aber man kann nicht mehr raus.

Das Herz kommt zuletzt – Margaret Atwood (Autorin), Monika Baark (Übersetzerin), 400 Seiten, Berlin Verlag (3. April 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3827013354

Das Leben von Charmaine und Stan verlief recht angenehm oder besser gesagt, normal. Beide hatten eine recht zufriedenstellende Arbeit. Jetzt leben sie in ihrem Auto, irgendwo im rust belt Amerikas, verarmt und verzweifelt. Genauso wie die Bande von Vergewaltigern und Dieben, die draußen um ihr Auto marodierend herumziehen. Sie haben eine Reihe von Arbeitsplätzen verloren, und sie sehen keine lebensfähige Zukunft. Aber Sie haben einander. Sie scheinen ein wenig naiv in der Art, wie sie ihre Liebe als Bollwerk gegen die Welt beibehalten. Und genau diese Naivität macht sie anfällig für ein verlockendes Angebot: ein Monat im Gefängnis, und einen Monat draußen, wo es Vollbeschäftigung gibt und sie ohne Kosten leben können.

Diese doppelte Gemeinschaft von Positron, dem Gefängnis und Consilience, dem normalen Lebensraum, ist ein sozioökonomisches Experiment, das auf einem privat finanzierten postmodernen Gefängnis beruht, aber eigentlich eine Strafkolonie ist.

Der Roman zeigt sich zunächst als eine alarmierende Geschichte aus der nahen Zukunft an, ein vertrautes Szenario bei Margaret Atwood: Die Welt zerfällt in Stücke, und eine finstere Institution mit eigener Kältelogik steigt ein, um das Vakuum zu füllen.

Das Ganze ist eine Metapher, eine Allegorie: Sie zeigt eine bürgerliche Existenz, die nur durch wirtschaftliche Unterdrückung aufrechterhalten werden kann. Statt eines wohlhabenden Lebensstils, der durch Sklavenlöhne in fernen Ländern möglich gemacht wird, ist das Neue am Positron-Projektes, dass jetzt die Ausgebeuteten und diejenigen, die von der Ausbeutung profitieren, dieselben Menschen sind.

Und es geht um den Kampf zwischen der Monogamie und der Wirklichkeit des menschlichen Verlangens, der Verflechtung von Sex und Dominanz, der Liebe und des freien Willens. Was bedeutet es wirklich, jemanden zu lieben? Wie viel freier Wille haben wir wirklich in Sachen des Herzens? Was würden wir für Sicherheit tun? Das sind wiederkehrende Themen von Margaret Atwood, Kanadas berühmteste Schriftstellerin. Hier hat sie diesen Stoff in eine strenge Satire auf räuberischen Großunternehmen gepackt und mit einer Sex-Komödie gekreuzt.

Margaret Atwood zeichnet Stan und Charmaine eindrucksvoll und einfühlsam, ohne deren egoistischen Wünsche, heuchlerischen Rechtfertigungen und Schwächen im Angesicht von Versuchung oder Zwang zu unterschlagen. Beide sind ausgesprochen normal und doch oft abscheulich.

Die Autorin schreibt in einer lyrischen, leichten und virtuosen Sprache. Irgendwie unaufdringlich und trotzdem vom Inhalt sehr eindringlich.

Eine packende, psychologisch exakte Darstellung unserer eigenen Zukunft, die den Leser sehr nachdenklich zurücklässt.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages

https://www.piper.de/buecher/das-herz-kommt-zuletzt-isbn-978-3-8270-1335-4

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Rezension. Ein Weinberg zum Verlieben – Kayte Nunn – Piper Verlag

Wie ein leichter, prickelnder Sommerwein

Ein Weinberg zum Verlieben – Kayte Nunn (Autorin), Ursula C. Sturm (Übersetzerin), 384 Seiten, Verlag: Piper Taschenbuch (3. April 2017), 9,99 €, ISBN-13: 978-3492309691

Das ist ein Roman über Wein, Essen, Romanzen und Freundschaften. Angesiedelt im Weingebiet Shingle Valley.

Das Buch kommt mir vor wie ein leichter prickelnder Sommerwein. Nicht zu sehr komplex, aber sehr angenehm zu trinken.

Worum geht’s? Rose Bennett, eine Engländerin nimmt einen Job als Haushälterin auf dem Weingut von Mark Cameron in Australien an. Ihr Bruder hat das vermittelt und er verfolgt dabei auch eigene Interessen. Er, selbst in Weingeschäften tätig, will mehr über dieses Weingut herausfinden.

Was folgt ist eine warmherzige und sehr gut lesbare zeitgenössische Romanze in einem australischen Weinberg. Rose in der Mitte einer Reihe von liebenswerten, exzentrischen Charaktere, darunter zwei goldige Kinder und ihre etwas schwieriger Vater.

Die Hauptperson Rose ist perfekt dargestellt, ein runder Charakter, abergläubisch, impulsiv und gelegentlich mürrisch, aber auch großzügig, loyal, freundlich und geduldig. Und alle kleineren Charaktere haben ihre eigene Geschichte zu erzählen, die schön mit Roses Geschichte verbunden ist.

Genießen Sie die Reise von Rose, die ihre Liebe zum Kochen wiederentdeckte und ihren Weg durch eine Vielzahl von Schwierigkeiten geht, um endlich die wahre Liebe zu finden. Entdecken Sie heidnische Feuerstellen, bizarre Weinproben und ein Tal voller exzentrischer Einheimischer, Rose wünscht nur, dass sie irgendwo hingegangen wäre, wo es ein bisschen wärmer wäre. Aber als sich das Wetter bessert, zeigt das Tal seine Schönheit, und Rose beginnt sich zu verlieben: in das Tal, in die Weine, in die beiden Kindern, um die sie zu kümmert, und in einen der Männer dort. Wird Rose eine Zukunft in Shingle Valley finden, oder wird sie gezwungen sein, zu gehen?

Eine schöne Geschichte mit vielen Wendungen und darin eingeflochten eine perfekte Beschreibung der australischen Landschaft und viele Informationen über die Weinherstellung.

Es ist der erste Roman von Kayte Nunn. Sie war Herausgeberin des Gourmet Traveller WINE und ist heute freie Redakteurin für die Gebiete Kayte Reise, Gesundheit, Balance, Elternschaft und Lifestyle. Man merkt deutlich, dass sie weiß, worüber sie schreibt.

Perfekte Lektüre für einen faulen, bequemen Sommer-Sonntag-Nachmittag. Ein unterhaltsames Lesevergnügen für Romantikfans, mit einer charmant normalen Heldin und eine köstliche Weinkellerei.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

https://www.piper.de/buecher/ein-weinberg-zum-verlieben-isbn-978-3-492-30969-1

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Rezension: Das stille Gift – Nicola Förg – Piper Verlag

Kranke Kühe, gierige Menschen

Das stille Gift: Ein Alpen-Krimi – Nicola Förg (Autorin), 320 Seiten, Verlag: Piper Taschenbuch (3. April 2017), 9,99 €, ISBN-13: 978-3492311052

Ein Metallteil fliegt zwei Touristen aus einem Güllefass wie ein Katapult um die Ohren Das ist der Auslöser für die Suche nach einem seit vier Jahren verschwundenen Mann. Irmi Mangold und Kathi Reindl finden heraus, zu wem das Metallstück, Teil einer künstlichen Hüfte gehörte. Die Geschichte des Bauern ist ein Albtraum. All seine Kühe verenden an einer rätselhaften, schleichenden Krankheit, und schließlich gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm selbst.

Und so geht es hier nicht nur um Mord, sondern um Botulismus, das Herbizid Glyphosat, Biogas-Anlagen, Monokulturen, Subventionen und vieles mehr. Nicola Förg hat offensichtlich gut recherchiert, und man spürt bei der Lektüre, wie sehr der Autorin das Thema am Herzen liegt.

Das Buch „Das stille Gift“ ist nicht nur eine packende Kriminal-Geschichte, sondern eher noch ein fesselnder und informativer Wirtschafts- oder Politthriller, politische Streitschrift.

Das Buch steckt voller Fakten, ist äußerst gut recherchiert. Ein aktuelles, realitätsnahes und brisantes Thema aus der Politik.

Mir gefallen die beiden Ermittlercharaktere besonders gut. Irmi Mangold hat eine angenehme trocken-spröde Ausstrahlung, unverheiratet, bei ihrem Bruder auf dem Bauernhof lebend entspricht sie nicht den allgemeinen Klischees. Und die grundverschiedene Kathi Reindl setzt einen Gegenpol. Trotzdem funktioniert ihre Zusammenarbeit hervorragend. Und natürlich gibt es viele weiter treffende Charaktere wie zum Beispiel den Rupert Urban, unsympathisch, großspurig oder den Severin Jörg, Bilderbuchbürgermeister. Und was wäre ein bayrischer Krimi ohne einen echten „Preiß“.

Nicola Förg schreibt unkompliziert, kurzweilig und trotzdem anspruchsvoll. Sie trifft dieses gemischte Genre, Krimi, Wirtschaft- und Politik, Lokalkolorit und ein kleines Stück Heimatroman ganz hervorragend.

Das Buch hat Suchtfaktor nach mehr von Nicola Förg. Ideale Bett- und Urlaubslektüre. Auf jeden Fall ist es wie ein bilderreicher Urlaub in Oberbayern.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages

https://www.piper.de/buecher/das-stille-gift-isbn-978-3-86612-345-8

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de