Rezension: Der Mann in der fünften Reihe – Véronique Olmi – Antje Kunstmann Verlag

Eine Nacht des Wanderns

Der Mann in der fünften Reihe – Véronique Olmi (Autorin), Claudia Steinitz (Übersetzerin), 112 Seiten, Kunstmann, A; Auflage: 1 (15. Februar 2017), 18 €, ISBN-13: 978-3956141676

Das Buch startet auf einer Freilichtbühne. „Ich weiß nicht, wie lange ich schon auf dieser Bank sitze. Seit Stunden fährt kein Zug mehr ab, kommt keiner mehr an. Ein regloser Bahnhof. Eisige Stille bis ins Mark meiner Knochen.“ (Seite 7) So beginnt die Erzählerin ihren vielschichtigen Monolog.  An diesem Abend kehrt sie nicht nach Hause zurück, sondern verbringt die ganze Nacht auf dieser Bank am gare d l’est. Sie ist in einem Vakuum gelandet, aber ihr Gehirn ist in vollem Gange, bereit zur Explosion. Sie beginnt Wer ist diese Frau?

Nelly ist eine 47 Jahre alte Frau, Mutter von zwei Jungen und Theaterschauspielerin, die ihre Tage im Erwartungsstress bis zu ihrem Auftritt, zu ihrer Show-time am Abend verbringt. „Ich bin siebenundvierzig und warte immer noch darauf, dass mein Leben anfängt.“ (Seite 24)

Im Augenblick spielt sie in dem Stück „Sechs Personen suchen einen Autor“ von Luigi Pirandello. Es ist eine Tragödie von Missverständnissen und Schrecken; von der Unfähigkeit, sich auszudrücken und, zu kommunizieren. Und tatsächlich scheinen die Frau und die Schauspielerin zu verschmelzen. Wer leidet hier? Die Rolle oder die Frau selber. Bilder ihres Lebens kommen zu ihr zurück wie Bumerangs. Sie liefert eine Art Beichte ab: über die Atmosphäre in der Umkleidekabine, über die panische Angst vor dem Zuspätkommen, vor dem Vergessen ihres Textes, über die Aufregung auf der Bühne, über ihre Kindheit am Meer, ihre Eltern, ihren Geliebten, über eine Mutter, die nach und nach in die Dunkelheit des Vergessens sinkt; über einen Vater, eine wunderbar tragische Figur in seiner zweiten schüchternen Rolle, wo es vielleicht Einsamkeit oder Versuchung von Selbstmord gab; über ihre Söhne, die nicht wissen, „wie sehr sie schon vor mir wegrennen.“ (Seite 36) Und natürlich über den Mann, den idealen Mann am idealen Platz in der Mitte der fünften Reihe, dem sie sich verweigerte, ohne ihn zu vergessen. „Diesen Mann in der Mitte der fünften Reihe – der ideale Platz. Diesen Mann, dessen Name ich seit sechs Monaten verschweige, dessen Existenz ich verleugne. Seine Anwesenheit, die meine vernichtet.“ (Seite 61)

Es gibt keine Gnade für Nelly. Woher bezieht sie die Kraft, sich vor dem Versinken zu retten? Eine lange Geschichte, ein schöner Monolog einer Frau, die in den Fallen der Leidenschaft gefangen ist. Véronique Olmi variiert ihr Hauptthema: das leidenschaftliche Leben von und für Liebe. Sie zeigt uns die Schwierigkeit der Liebe, die Sehnsucht nach Liebe und die unmögliche Liebe. Und sie beschreibt perfekt die verheerenden Auswirkungen der Leidenschaft, das Glück, das sie bringt, und vor allem die Schmerzen die sie verursacht. Wie kaum eine Zweite versteht es Véronique Olmi auf sehr reife, subtile Weise Emotionen genau und kraftvoll zu destillieren und diese Schlüsselmomente festzuhalten, wenn ein ganzes Leben kippt. „Lieben oder sterben wollen, eigentlich ist es dasselbe: der Wunsch, woanders zu sein.“ (Seite 18)

Die zerbrechliche Nelly Bauchard sucht nach Antworten: „Wie nennt man eine Liebe, die weder enden noch neu beginnen, sich weder belügen noch erniedrigen kann?“ (Seite 100); Warum vereinigen wir uns mit Menschen, die uns lieben und uns irgendwann in Fetzen zurücklassen? Warum geben wir dem anderen, was wir so sorgfältig bewahrt haben?“ (Seite 107)

Véronique Olmi liefert eine fragmentierte Erzählung. Kurzer Absatz auf kurze Absätze, mit viele kleinen Szenen. Ihre Sprache ist wie Musik, einfache Akkorde, die den Ton verzweifelter, weiblicher Charaktere treffen. Ein Text kurz, aber reich, gefühlvoll und subtil, der uns auf zwei Ebenen unterhält. Mich berührt dieser präzise und fast minimalistische Stil. Mir scheint, dass dieses Buch eine ganz ausgezeichnete Vorlage für ein Ein-Personen-Stück am Theater geeignet wäre. Ein herausfordernder Monolog für eine große Schauspielerin, wie zum Beispiel Isabell Huppert.

Véronique Olmi hat uns eine brillante zeitgenössische Variation zum Denken von Tristan in „Tristan und Isolde“ geliefert, der Beweis, dass Leidenschaft ebenso zeitlos ist, wie sie der menschlichen Natur eigen ist: Oder wie Gustave Flaubert sagte „Liebe erblüht im Staunen einer Seele, die nichts erwartet und sie stirbt an der Enttäuschung des Ichs, das alles fordert.“

Mit Véronique Olmis traurigem und berührendem Buch „Der Mann in der fünften Reihe“ wählen Sie eine Lektüre in dessen erzählerischen Spannung Sie sich verlieren, ja ertrinken können. Das Buch wird Sie verführen.

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Rezension: Aus Liebe zu den Pflanzen – Stefano Mancuso – Antje Kunstmann Verlag

Alles ist Blatt (J.W. von Goethe)

Aus Liebe zu den Pflanzen – Stefano Mancuso (Autor), Christine Ammann (Übersetzerin), 176 Seiten, Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1 (15. Februar 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3956141706

Es gibt Nobelpreise für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und für Friedensbemühungen. Wo bleibt die Biologie? Eine unterschätzte Wissenschaft?!

Ja, wer verbindet mit Biologe nicht das Bild des verschrobenen Studienrates, der mit Botanisiertrommel durch die Landschaft streift, Blütenblätter zählt und Blattformen bestimmt, alles eifrig sammelt, trocknet, presst und in handbeschrifteten Kladden sammelt?

Und unterschätzen wir die Bedeutung der Pflanzen nicht ebenso?

Nicht so Stefano Mancuso, der schon in seinem Buch „Die Intelligenz der Pflanzen“ sagte: Pflanzen sind uns ähnlicher als wir glauben: „Bäume leben so ähnlich wie wir. Sie essen und wachsen, kämpfen mit der Armut, sind betrübt und leiden. Sie können stehlen, sich aber auch gegenseitig helfen, Freundschaften schließen und ihr Leben für die Nachkommen opfern.“ (Seite 152)

In seinem neuen Buch „Aus Liebe zu den Pflanzen“ zeigt er uns mit Botanikern, Genetikern und Philosophen, aber auch Landwirte und schlichte Liebhaber aus fünf Jahrhunderten bekannt, die alle zu seiner Erkenntnis beigetragen haben: „… dass ich Pflanzen heute als komplexe Wesen mit kommunikativen Fähigkeiten, raffinierten Verteidigungsstrategien und sozialen Beziehungen betrachte, verdanke ich zu einem großen Teil den Protagonisten dieses Buches.“ (Seite 7)

Zwölf Männer stellt er uns vor: George Washington Carver, der erste Schwarze, der an einer amerikanischen Universität studierte; Nikolai Iwanowitsch Wawilow, der mit einer Samenbank Russlands Nahrungssicherheit geben will; Ephraim Wales Bull, der die Concordtraube zu einem Erfolgsmodell werden ließ; Leonardo da Vinci, der sich mit Blattstellungen (Phyllotaxis) beschäftigte; Marcello Malpighi, der die Pflanzenanatomie begründete und als Galileo Galilei der Botanik bezeichnet wird; Charles Darwin, der seinen ersten Anstoß zur Entwicklung der Evolutionstheorie durch die Erforschung der Pflanzenwelt erhält; Federico Delpino, der als erster die Mechanismen erforscht, die Pflanzen zur Interaktion mit der Umwelt befähigen und so zum Begründer der Pflanzenbiologie wurde; Odoardo Beccari, der den Titanwurz entdeckte; Gregor Johann Mendel, dessen Forschungsergebnisse aus den Erbsenkreuzungen noch heute die Therapieforschung zur Heilung von Krebs nachhaltig beeinflusst; Johann Wolfgang von Goethe, der nach dem Urorgan sucht; Jean-Jaques Rousseau, der ganz vernarrt in die Botanik war; Charles Harrison Blackley, der die Verursacher des Heuschnupfens entdeckte.

Ein Buch voller Neugier und Liebe für das grüne Universum. Mancuso bietet uns die Geschichten, zeigt die Idee, das Genie von jedem, gibt uns Hinweise, weckt unsere Neugier. Es sind Geschichten von liebenden Naturforscher, Botaniker, Genetiker, Philosophen, Entdecker, ihrem Leben, Anekdoten, Experimente und Forschungen, die unser Verständnis der Pflanzenwelt revolutioniert haben.

Entstanden ist ein kleines, gut geschriebenes Meisterwerk über wirklich außergewöhnliche Geschichten von berühmten und weniger bekannten Persönlichkeiten.

Mit seinen 176 Seiten ließe sich das Büchlein schnell lesen. Aber Sie sollten es sehr sorgfältig lesen, ja, langsam und aufmerksam studieren. Erst dann werden Sie erkennen, dass Stefano Mancuso uns eine seltene aber wichtige Fertigkeit lehrt: die Fähigkeit, Dinge zu sehen, die uns umgeben. Vielleicht wird dann auch im Leser dieses tiefe Gefühl geweckt, das über das Wahrnehmen physikalischer Phänomene hinausgeht und uns die Lebenskraft der Natur fühlen lässt. Und ein Bewusstsein dafür zu wecken, was die Pflanzenwelt für uns Menschen und unsere Zukunft bedeutet. Vielleicht helfen uns die Lebensberichte der 12 Männer dabei, die Perspektive eines Kindes mit seinen Fragen wieder einzunehmen.

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Rezension: Denen man vergibt – Lawrence Osborne – Klaus Wagenbach Verlag

Das dünne Eis der Kulturen

Denen man vergibt – Lawrence Osborne (Autor), Reiner Pfleiderer (Übersetzer), 272 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach, Verlag (3. Februar 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3803132864

Eine dekadente Wochendparty mitten in der Wüste von Marokko. Veranstalter und Einlader ist das schwule Paar Richard und Dally. Das englische Ehepaar David und Jo Henniger wollen ihrer unglücklichen Ehe und ihrem unglücklichen Leben in London entfliehen, aber ihre Probleme sind ihnen gefolgt. Sie kommen zu spät. Sie hatten einen Unfall. Und ab jetzt ist nichts mehr wie es war. Unvorhergesehenes und Unerwartetes machten die Situation extrem kompliziert. Ist David ein Alkoholiker? Sind alle Menschen aus dem Westen rücksichtslos und moralisch unverantwortlich? Kann Reue ausreichen, um ihr Schicksal zu beeinflussen?

Gewalt und Ausschweifungen in der marokkanischen Wüste führen zu kulturellen Missverständnissen … und zu mehr Gewalt und Ausschweifungen. Osborne schafft ein fiebriges und erschreckendes Szenario: die internationalen Gäste, von denen einige mit dem Hubschrauber angekommen sind, das verschwenderische Essen und die Getränke aus der ganzen Welt eingeflogen, das Kokainschnupfen, der einheimische Honig, gewürzt mit Cannabis, das Nacktschwimmen, und diese Dekadenz wird subtil gegen die Reaktion der örtlichen Marokkaner gesetzt, die die unverschämten Westler beneiden und verachten. Hamid, der oberste Hausdiener, der die teuren ungläubigen Weine dekantiert, beaufsichtigt die Picknicks, das Feuerwerk und die endlose Versorgung mit Eis, Champagner und Kif, ist ein wunderbar gezeichneter Charakter. Er versteht gut beide Welten, in denen er lebt. Und er hat eine tiefe Abneigung gegen westliche Werte. Dieser Zusammenstoß von Werten ist eines der Motive dieses Buches.

Der Glanz der Partys und ihrer Gäste stehen im Gegensatz zu den düsteren Lebeweisen der armen Marokkaner: Ein Zusammenstoß der Welten, die postkoloniale Angst und die seit dem 11. September gewachsenen kulturellen Missverständnisse.

Verschiedene Elemente von „Der große Gatsby“ tauchen in diesem Buch auf: extravagante Parteien, sorglose Menschen, eheliche Zwietracht. Lawrence Osborne hat ein scharfes Auge für diese Art von sozialer Gelegenheit. Er schildert die Leere und Hohlheit der hohen Gesellschaft so herrlich und schneidend, wie er das Unbehagen der Kulturen in die unversöhnliche Wüste verlegt.

Es ist unglaublich, wie viele Charaktere Lawrence Osborne erschafft. Es gibt sensible Porträts von Männern und Frauen, Besuchern und Marokkanern. Besonders gelungen sein Porträt einer missglückten Ehe. Er seziert seine Charaktere gnadenlos, wenn er zum Beispiel Richard über David Henninger sagen lässt: „Ein Mediziner, der nur öffentliche Schulen besucht hat. Was erwartest du denn?“ (Seite 86) Und nicht nur seine Charaktere, auch die jahrhundertealte kulturelle Kluft zwischen den Wüstenleuten und den westlichen Ungläubigen zerlegt er mit der Präzision eines Pathologen. „Die Ungläubigen kannten keine Zufriedenheit, kein Feingefühl. Sie hatten keinen Sinn für Ordnung, Sauberkeit und Anstand.“ (Seite 80) Er verbindet Angst, Langeweile, Vergebung, Urteil, Ehre und sexuelle Anziehung in seinem Roman, der mit einem finsteren Tempo auf sein Ende stürzt, das zugleich ironisch, überraschend, dunkel und komplett passend ist.

Niemand ist unschuldig in dieser Geschichte. Werden alle verzeihen und vergessen, oder gibt es Dinge, die man nicht vergeben kann? Diese Frage hängt über der Erzählung bis zur allerletzten Seite.

Lawrence Osborne hat ein scharfes und manchmal grausames Auge für Menschen und ihre Manieren und Moral und für die natürliche Welt. Sie können fast jede Seite öffnen und finden brutal feine Beobachtungen, zynisch, zärtlich, außerordentlich akut über die menschliche Natur. Er schreibt eine schön nuancierte Prosa, intensiv und mit viel Liebe zum Detail voller Atmosphäre und Spannung. Und er liefert moralischer Mehrdeutigkeit in Hülle und Fülle.

So kann und sollte dieser Roman aus vielerlei Blickwinkeln gelesen werden. Einmal unter dem Aspekt der Entfremdung voneinander. Zum anderen unter dem Blickwinkel der Überbleibsel des Kolonialismus. Oder unter der Perspektive der ganz unterschiedlichen Kulturen, die hier aufeinanderprallen. Aber auch die hoffnungsvolle Sichtweise ist vertreten, wie ein Mensch in einer sehr schlimmen Situation mit dieser leben und sich sogar verbessern kann.

Es gibt so viel Möglichkeiten, das Buch zu lesen, dass man am Ende gerade wieder neu beginnen könnte.

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https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1085-denen-man-vergibt.html

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Rezension: Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Juliana Kálnay – Klaus Wagenbach Verlag

Surreal, absurd aber poetisch

Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens – Juliana Kálnay (Autor) 192 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach, 20 €, ISBN-13: 978-3803132840

Da hat sich was angesammelt im Haus Nummer 29: Rita, die Beobachterin mit geheimnisvollen Fähigkeiten und unklaren Absichten; Don, der zum Baum geworden ist, was seine Frau Lina nicht davon abhält, sich liebevoll um ihn zu kümmern; Ronda mit ihren Goldfischen in einem fensterlosen Raum; der unbemerkte Tom, der sich im Aufzug eingenistet hat; und natürlich Maia, die Kleine, die sich durch Mauern beißt, die Löcher gräbt, um sich zu verstecken und eines Tages einfach verschwunden ist.

Eine Hausgemeinschaft, die zusammenlebt, aber nicht zueinander findet. Wir sehen Dinge, die keiner zeigt: Wir verstehen das, was keiner sagt. Oder eben auch nicht.

Aus vielen Perspektiven erzählt Juliana Kálnay surreale, alltägliche und schräge Episoden aus dem Alltag. Von verschwundenen Socken, von Stromausfall, von chronisch Schlaflosen „Sie zählen hundert Augen, sind leise und werden ungemütlich, wenn es sein muss.“ (Seite 53), von Gucklöchern in Zimmerwänden.

Beunruhigend und ergreifend wagt sich die Autorin ins Traumhafte, ins Absurde. Sie notiert anscheinend alles und fasst es in einer inspirierenden Geschichte, eine Art Erinnerung an sie alle zusammen. Sie sucht, sie erforscht, sie rätselt und es entstehen Texte, philosophisch, existenziell, die über die Geschichte des Lebens und die Absurditäten des menschlichen Zustandes erzählen.

Sie verbindet Triviales wie, sie „hat ja sonst keine Hobbys im Leben, außer auf dem Balkon sitzen und stricken,“ (Seite 63) mit scharfsinnigen, sozialen Beobachtungen. „Früher waren wir weniger und saßen dichter zusammen.“ (Seite 77) bis hin zu schrägen Beobachtungen. „Oscar hatte keine Katze, aber eine Katzenklappe zum Balkon hin. Im vierten Stock …“ (Seite 58)

Surreal, abstrakt, manchmal bizarr, manchmal konkret legt sie Schicht um Schicht zu einem amorphen, vieldeutigen, informellen Bild übereinander. Ein mysteriöses Bild, das sich wohl nie ganz entschlüsseln lässt, das aber jeden Leser in den Teufelskreis unlösbarer Fragen zieht, mit denen jeder konfrontiert ist: die Fragen der Zeit, der Einsamkeit und der Existenz.

Juliana Kálnay schreibt poetisch und unzeitgemäß im allerbesten Sinne, beunruhigend und ergreifend, leicht und poetisch. Ihre Textaufteilung bei Dialogen ist verblüffend und lässt neue Perspektiven zu. Ihre Charaktere zeichnet sie mit wenigen Strichen und treffend. „Tom hatte eines von diesen Gesichtern, die nicht auffallen.“ (Seite 36)

Jeder Leser wird hinter diese vielen Ebenen seine eigene Geschichte finden oder erfinden. Ein ausgesprochenes Lese- und Denkvergnügen.

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Rezension: Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara – Hanser Verlag

Blick in die Hölle

Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara (Autor), Stephan Kleiner (Übersetzer), 960 Seiten, Verlag: Hanser Berlin (30. Januar 2017), 26 €, ISBN-13: 978-3446254718

Ein wenig Leben präsentiert sich, zumindest am Anfang, als eine bescheidene Chronik der Art und Weise, wie das Leben in einer kleinen Gruppe von Leuten zusammenhängt, die ein Stück Geschichte gemeinsam haben, als Katalog einer schrittweisen Ansammlung der Dinge ihres Lebens: die Arbeitsplätze und Wohnungen, die One-Night-Stands und Freundschaften und Groll, die Möbel und Kleidung, Liebhaber und Ehepartner und Häuser. Yanagihara folgt den Spuren von vier talentierten und künstlerischen Freunden von ihren gemeinsamen Collegetagen bis sie jetzt, als sie sich mit Anfang dreißig in und um New York City zu etablieren beginnen. Folgt ihrem Sex und Essen und Schlaf und Freunde und Geld und Ruhm. Es ist wie eine Studie über eine geschlossene Gesellschaft, ihre Sprache, ihre Rituale und ihre geheimen Codes.

Vier College-Freunde haben das Studium an einer unbenannten Universität abgeschlossen (scheinbar Harvard) und sind auf dem Weg in ihr berufliches Leben.

Malcolm, ein Mischlingskind, arbeitet in einem Architekturbüro und lebt noch bei seinen reichen Eltern. Sein Vater ist ein unerhört reicher, afroamerikanischer Finanzier.

J.B (Jean Baptist) ist ein homosexueller, haitianischer, ehrgeiziger Künstler an der Schwelle zum Erfolg. Er wurde von seiner Mutter allein erzogen. Er malt gegenständlich und konzentriert sich auf das Malen seiner Freunde.

Willem, gutaussehend, stattlich und liebenswürdig von isländischer-schwedischer Abstammung arbeitet als Kellner und denkt an eine Schauspielkarriere.

Und da ist Jude, faszinierend und verwundet, ein brillanter, gequälter Protagonist, über den die anderen drei wenig herausfinden können. Er hat keine klare Rassenzugehörigkeit, seine Sexualität scheint verwischt oder nicht existent. Vor allem hat er ein dunkles Geheimnis, das sein Leben und das seiner Freunde überschattet. Diese gehen aber nicht den offenen Fragen nach, sondern feiern seine Unterschiede. JB nennt ihn den Post-Mann „… post-sexuell, post-ethnisch, Post-Identität, Post-Vergangenheit.“ (Seite 129)

Alle vier sind gottlos und postmodern. Aufwärts und voran geht es für alle. Aber es ist keine glückliche Geschichte.

Zunehmend konzentriert sich der Roman auf Jude und Willem. JB und Malcolm verschwinden weitgehend von der Bühne und machen ihre eigenen, eher unwahrscheinlichen Sprünge zum amerikanischen Traum. Ein wenig Leben dreht sich um Jude, und Willem spielt eine führende Rolle dabei. „Willem war gut für ihn, aber er war schlecht für Willem.“ (Seite 649) Wir werden schichtweise tiefer in Judes Elend und sein geheimes Leid gezogen, sehen ihn sich ritzen, bemerken Narben auf seinem Rücken, verstehen, dass es vor vielen Jahren einen Unfall gab, der seine Beine stark beschädigt hat. „ … die Schmerzen, die an seiner Wirbelsäule hinab in eines seiner Beine krochen, als hätte man einen Holzpflock in Flammen gesetzt und in ihn hineingebohrt.“ (Seite 139) Und wir erkennen, dass das Geheimnis seines Lebens der erzählerische Motor ist, der den Roman antreibt.

Der Roman führt uns auf eine über 900-seitige Reise durch das Leben eines emotional und körperlich geschädigten Jude St. Francis, und das Leben seiner Freunde, die zwischen ihm und den Dämonen oder Hyänen, die er sieht und peinvoll spürt, stehen. Es ist ein Buch der Selbstbeobachtung, das seinen Focus setzt auf die Grenzen der Freundschaft, die Tiefen des Schmerzes, auf  individuelles Leid, auf Selbstverletzung und auf die Schande, die ein Mensch mit diesem unseligen Erbe kaum ertragen kann.

Yanagihara füttert uns in Rückblenden mit Geständnissen über Judes Leben, Rückblenden, die elektrisieren und gleichzeitig entsetzlich sind. Jude ist Mann, der mehr und mehr Geduld und liebevolle Pflege erfordert. Die frühe Freundschaft ist so warm beschrieben, dass dieser lebendige Teil des Buches unwiderstehlich ist. Willem und Judes Liebe für einander existiert auf einer höheren Ebene, mit Willem als den liebevollen Elternteil, den Jude nie hatte.

Hanya Yanagihara schreibt einen üppigen, fast wollüstigen Prosa-Stil, der zwischen dem exquisiten und maßlos schwankt, mit langen und kraftvollen Beschreibungen. Es gibt aber auch etwas Kühles, Unerbittliches in der Art und Weise, wie Yanagihara den Leser mit Judes Leiden konfrontiert. Yanagihara gibt diesem unerbittlichem Leiden und dem tiefen Schmerz eine intime, innere Stimme. Ein überbordendes Werk, groß, emotional und voller Trauma.

Ihr Stil erinnert mich an Donna Tartt, die gleiche schockierende erzählerische Energie, die gleiche faszinierende Sprache. Und immer wieder schieben sich bei mir die Bilder von Hieronymus Bosch in die Lektüre, Bilder die das Unheimliche in einer Weise zur Darstellung bringt, die uns deshalb so unmittelbar berührt, weil sie nicht mit dem Anonymen und dem Unbekannten agiert, sondern weil sie uns Vertrautes und Bekanntes vor Augen führt, weil sie die Schmerzen der Hölle und deren Fremdheit, dieses gleichzeitig im Feuer brennen und zugefroren sein, weil sie die Schmerzen und das Leiden von Höllenqualen anschaulich macht. Der Ort der Qual ist immer genau dort, wo Deine Gedanken hängen.

Lesen Sie unbedingt dieses Große menschliche Epos, die perfekte Chronik unserer Zeit der Angst, des Leidens und des Überlebens, mit all ihren Begleitdramen und Träumen. Es gibt keine Ruhe, keine Atempause, keine verbindlichen Überzeugungen, die uns zusammenhalten, und es gibt eine Lücke zwischen Träumen und Wirklichkeit. Dem großen Leben, das sie wollten, steht das kleine Leben gegenüber, das sie führten.

Sie werden nicht nur dieses Buch verschlingen, ebenso wird es auch Sie verschlingen und ganz lange nicht mehr loslassen. Es ist dunkel und traumatisch, aber ein erfrischender Roman über moderne Freundschaft. So notwendig in diesen Zeiten der Angst.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

https://www.hanser-literaturverlage.de/themen/ein-wenig-leben

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Rezension: Trennung – Katie Kitamura – Hanser Verlag

Das Entflechten zweier Leben

Trennung – Katie Kitamura (Autor), Kathrin Razum (Übersetzer), 256 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (30. Januar 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3446254459

Die unbenannte Icherzählerin, von Beruf Übersetzerin, hat mit ihrem notorisch treulosen Ehemann Christopher die Trennung, die Scheidung vereinbart. Noch halten sie es geheim. Doch Isabella, ihre feindselige und unangenehme Schwiegermutter, vermisst ihren Sohn und fordert sie die junge Frau auf, nach Griechenland zu reisen, um ihn zu finden. Widerwillig stimmt sie zu. In ihrem Herzen ist sie nicht einmal sicher, ob sie ihn finden will.

In einer abgelegenen Region im zerklüfteten Süden von Griechenland trifft sie im Hotel, wo er ein Zimmer gemietet hat, auf Kostas, Stefano und Maria. Aber auch diese vermissen Christopher.

Es ist ein hypnotisierender, psychologisch straffer Roman über das Ende einer Ehe und die Geheimnisse, die wir alle mit uns tragen.

Jedes der 13 spannenden Kapiteln zieht die Spannungsschraube enger an. Am Anfang des siebten gibt es einen Mord. Kitamura lässt ihn ungelöst. Anstatt einen Whodunit-Krimi zu liefern, präsentiert uns die Autorin ein Bouquet von unvorhergesehenen, aber psychologisch durchdringenden Konsequenzen.

Es ist eine Geschichte der Intimität, Untreue und über die Kluft, die uns vom Leben des anderen trennt. Es geht auch und vor allem um die Erzählungen, die wir für uns selbst erschaffen.

Die Erzählerin beschreibt den Athener Verkehr und die Peloponnesische Küste, aber es sind ihre innere Landschaft, ihre Vorstellungen, Vermutungen, Spekulationen, Gedanken und Gefühle, die die Erzählung beherrschen. In der wilden Landschaft spürt sie den Zerfall ihrer Beziehung und entdeckt, dass sie viel weniger von dem Mann versteht, als sie dachte. Die Autorin zieht uns in die Erfahrung einer Frau am Rande der Katastrophe. „Eines der Probleme, wenn man glücklich ist – und ich war sehr glücklich gewesen, als Christopher und ich uns verlobten -, ist, dass man selbstzufrieden und phantasielos wird.“ (Seite 237/238)

Dieses atemberaubende Porträt einer ehelichen Entfremdung, dieser minutiös beobachtete Roman der Untreue ist ein fesselndes, stilistisches Meisterwerk, das uns Leser erstaunt aber auch betroffen und verunsichert zurücklässt. „Die wahre Schuld finden wir nicht im Dunkeln oder bei irgendwelchen Fremden, sondern in uns selbst.“ (Seite 251)

Katie Kitamura schreibt in einer präzisen und gedämpften Prosa, durch die kühl beobachtenden Augen einer jungen Frau.

Dieser beunruhigende, psychologische Roman, diese hypnotische Meditation über Untreue und die Unerkennbarkeit des Ehepartners wird Sie in seinen Bann ziehen. „Vielleicht sind Mann und Frau und Ehe nur Wörter, hinter denen sich eine viel fragilere, turbulentere Realität verbirgt, als eine Handvoll Silben oder ein noch so langer Text sie erfassen können.“ (Seite 252)

Für alle Leser, die tiefgehende Untersuchungen von anspruchsvollen Beziehungen und interessante und aufschlussreiche Charakter-Studie lieben, ist dieser Roman eine überzeugende Entdeckung. Tauchen Sie ein in eine gute Geschichte.

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https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/trennung/978-3-446-25445-9/

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Rezension: Das große Herz – Sara Stridsberg – Hanser Verlag

Monumental, überwältigend, verstörend, melancholisch

Das große Herz – Sara Stridsberg (Autorin), Ursel Allenstein (Übersetzerin), 320 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (30. Januar 2017), 23,00 €, ISBN-13: 978-3446254534

„Das große Herz“ ist ein Roman über eine schwedische psychiatrische Klinik und ihre Geschichte, gesehen durch eine kleine Anzahl von individuellen Schicksalen. Die Insassen von Beckomberga, ihre Angehörigen und Mitarbeiter bilden eine eigene Welt, die fasziniert.

Es ist ein Roman über das Mädchen Jackie, ein unberechenbares, gebrochenes und starkes Mädchen und ihrem kranken Vater Jim, mit unstillbarer Trauer und alkoholabhängig.  Es ist ein Roman über Wahnsinn und die Hoffnung, über die Krankheit und die Möglichkeiten der Fürsorge, über das Leben und den Tod.

Als die Mutter Lone zum Schwarzen Meer reist, wird das Krankenhaus Jackie Welt. Jackie wächst praktisch in und mit der psychiatrischen Klinik Beckomberga, in einer parallelen, isolierten Welt auf. Sie besucht ihren Vater Jim jeden Tag. Vielleicht, weil sie den Traum hat, ihn retten zu können. Oder weil sie an diesen Ort gezogen wird, wo alle Hoffnung des gewöhnlichen Lebens von den Menschen genommen wurde und diese doch glücklicher zu sein scheinen, dort zu sein als anderswo.

Hier trifft Jackie Sabina, hier trifft sie Paul und die Liebe, der wirkliche Wahnsinn. Wir begegnen auch dem Arzt Edward Winterson, der jede Nacht Jim und einige ausgewählte Patienten zu großen Partys bringt, wo sich Inger Vogel an der Grenze zwischen Ordnung und Zerstörung und Sabina mit ihren Perlen und ihre Trauer bewegen. Beckomberga wird zu einem Ausnahmezustand, zu einer Traumwelt, zu einem Ort der Verurteilten. Sie trifft Wahnsinn und verzerrte Perspektiven und findet die Liebe in dem absoluten Wahnsinn.

Sara Stridsberg arrangiert ihren Roman nicht chronologisch, seine Kapitel zersplittert in der Zeit wie eine kubistische Malerei. Aus verschiedenen Zeiten und Schicht zwischen Traum und Wirklichkeit entsteht eine Erzählung, genauso traurig wie fesselnd. Ergänzt wird die Geschichte von Jackie und Jim um die Geschichte von Olof, dem letzten Patienten von Beckomberga, der hier 63 Jahre seines Lebens verbracht hat.

Die Autorin kommentiert auch den schwedischen Wohlfahrtsstaat, der fast genau mit der Existenz von Beckomberga zusammenfiel, etwa von 1932 bis 1995. Sie zeigt die dünne Grenze, das ewige Dilemma zwischen Pflege und Grausamkeit.

Die flirrende, lebendige Prosa von Sara Stridsberg erweckt die Natur zum Leben, in einer Mischung aus Schönheit und Dunkelheit. Sie bewegt sich jenseits von Klischees und findet präzise Worte. So wird die Natur in diesem Roman nicht einfach eine Requisite, sondern der Mensch und seine Umwelt sind als organisches, untrennbares Ganzes dargestellt.

Der Roman ist gefüllt mit gräulichem oder korngelbem Licht, Nebel, schwacher Sonne, schneller Dämmerungen, die sich wie von Zauberhand auf die Welt legt. Milchig-weiß scheint die Lieblingsfarbe von Sara Stridsberg. Sie wiederholt sich im Verlauf des Romans immer wieder, und es klingt so: „Der Himmel gleicht der Innenseite eines Schneckengehäuses. Körniges gelbes Licht, die Bäume nackt und schwarz im Regen.“ (Seite 173) oder „… die Birkenstämme leuchten in der Dämmerung, Wolken aus fleckiger Wasserfarbe in Rosa und Gelb, zarte verirrte Wolken, ein paar Vögel; eine schlampige Zeichnung des Himmels.“ (Seite 137)

„Das große Herz“ wäre nicht der Roman, der er ist, ohne seinen milchigen Himmel, seine schwarzen Baumstämme, seine zerfetzten Wolken und weißen Schmetterlingen. Sie sind ein Teil der Geschichte. Natur reflektiert und verstärkt den Verlauf der Ereignisse und Erfahrungen im Roman und erfasst die Gefühle der Angst, der Hoffnung oder der Liebe, indem sie ihnen eine Atmosphäre gibt.

Vor allem gibt Sara Stridsberg den einsamen und verletzlichen Menschen, denen, die am Rand stehen, die nicht erfolgreich sind, den Hässlichen und Armen, den Kranken, den Menschen, die einsam und ausgebrannt sind, eine Stimme

In „Das große Herz“, ein Stück bester schwedischer Gegenwartsliteratur versetzt die Autorin den Leser in eine Atmosphäre, wo die Grenzen zwischen Normalität und Wahnsinn verwischt und verschoben sind. Es ist die Geschichte vom Traum, jemanden im Licht, am Leben zu halten, der nie wirklich dort sein will.

Ein atemberaubender Roman, eine geniale Geschichte von Angst und Sehnsucht. Dieses mutige, intelligente und originelle Buch wird niemanden gleichgültig lassen.

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